Deutscher Gewerkschaftsbund

Rechte Stammtischparolen

 

Fakten gegen Vorurteile:

Rechten Stammtischparolen begegnet man im Alltag in vielen Situationen. Bei Gesprächen mit Freund_innen und Bekannten, in der politischen Arbeit, am Schulhof oder in der Familie. Um ihnen wirkungsvoll begegnen zu können, wollen wir mit Fakten gegen rechte Vorurteile aufräumen.

 

These 1 – In Deutschland leben schon zu viele Ausländer!

Wir lassen uns hier, was aus humanistischen Gründen sehr zweifelhaft ist, auf eine Diskussion ein, die häufig den wirtschaftlichen Nutzen von Menschen in den Mittelpunkt stellt. Menschen mit Migrationshintergrund sind nicht "gut", weil sie einen ökonomischen Nutzen bringen, stattdessen sind sie einfach nur Menschen wie wir alle. Wir leben in einer pluralistischen Gesellschaft, in der viele verschiedene Lebensformen, Einstellungen und Lebensentwürfe existent, gewünscht und möglich sind – egal ob mit einem deutschen Pass oder nicht.

 

These 2 – Ausländer nehmen den Deutschen die Arbeitsplätze weg!

Es werden keine Arbeitsplätze von Menschen mit Migrationshintergrund weggenommen, sondern geschaffen und gesichert. Die Behauptung ist aus mehreren Gründen falsch und unhaltbar.

 

These 3 – Die Ausländer sind doch alle Scheinasylanten!

Es ist richtig, dass neben politischer Verfolgung und Unterdrückung, auch Armut, Hunger oder ökologische Katastrophen Gründe für Einwanderung sind. Der Begriff des "Scheinasylanten" bezieht sich auf die Vermutung, dass eine Flucht aus wirtschaftlichen Gründen erfolgte und ein Asylantrag in Deutschland gestellt wurde. Aber ist es denn nicht legitim ist, neben dem Grund der politischen Verfolgung und Unterdrückung, auch aufgrund von Armut, Hunger oder ökologischer Katastrophen sein Glück in einem anderen Land zu versuchen? Ist ein Tod durch Verhungern weniger schlimm als ein anderer? Kein Mensch würde sich wohl anders verhalten, wenn sich die Möglichkeit bietet eine Hunger- oder eine Armutsregion zu verlassen. Der Reichtum der nördlichen kapitalistischen Staaten hat die Armut in den Entwicklungsländern auch zum Teil mit verursacht.

 

These 4 – Ausländer sind krimineller als Deutsche!

Das ist ein rassistischer Vergleich, denn nicht die Nationalität wird straffällig, sondern eine Einzelperson. Wenn eine Person kriminell wird, dann durch Einflüsse seines Umfeldes oder auch durch seine gesellschaftliche Stellung. Jugendliche und Heranwachsende mit schlechten Zukunftschancen, aus sozial benachteiligten Schichten mit geringem Bildungsniveau, sind zum Beispiel anfälliger für kriminelle Handlungen als Jugendliche aus anderen Bevölkerungsschichten. Kriminalität hat demnach eher soziale, nicht ethnische Ursachen. Außerdem widerlegt die polizeiliche Kriminalstatistik diese Behauptung!

Fakten gegen Vorurteile

DGB-Jugend Bayern

Was ist eigentlich…

Diskriminierung...
meint die herabsetzende Behandlung von Menschen aufgrund von Merkmalen wie (soziale) Herkunft, Hautfarbe, Nationalität, Geschlecht, sexueller Orientierung oder Religion. Diskriminierendes Verhalten zeigt sich im Alltag, z.B. in der Schule, am Arbeitsplatz oder in öffentlichen Verkehrsmitteln. Doch auch Medien, Gesetze oder öffentlichen Einrichtungen verhalten sich zum Teil diskriminierend. 

Im Rassismus...
werden Menschen als einer vermeintlich geschlossenen Gruppe zugehörig behandelt. Wegen dieser angenommenen Zugehörigkeit werden ihnen unveränderliche Merkmale und Eigenschaften unterstellt. Die Gruppen werden meist nach angeblich äußerlichen, kulturellen, religiösen oder ethnischen Kriterien klassifiziert. Anhand dieser Einteilung bewertet der Rassismus die Menschen und hierarchisiert Gruppen von Menschen.

Alltagsrassismus...
ist die Übernahme von rassistischen Denkmustern und Verhaltensweisen in alltägliche Situationen - in der Schule, im Beruf und auf der Straße. Hinter rassistischen Handlungen und Denkweisen liegen in der Regel Machtstrukturen. Diese verfestigen sich in einem schleichenden „Normalisierungsprozess“. Rassismus, ob in Form von Witzen, Beleidigungen oder auch handfesten Ausschlussmechanismen wird dann nicht mehr hinterfragt.

Im Nationalismus ...
werden Menschen aufgrund ihrer nationalen Herkunft diskriminiert. Dabei werden in der Regel bestimmte Nationen als höherwertig angenommen als andere. Den Nationen und ihren Bürger_innen werden dabei bestimmte Eigenschaften nachgesagt.

Antisemitismus...
bezeichnet eine bestimmte Wahrnehmung von Jüdinnen und Juden, die sich als Hass gegenüber dem Judentum ausdrückt. Stärker als der Rassismus zielt der Antisemitismus nicht nur auf die Diskriminierung, sondern auch auf die Vernichtung. Juden und Jüdinnen wird bei dieser Wahrnehmung trotz ihrer Verschiedenheit ein gemeinsames Interesse unterstellt. Wegen ihrer angeblich großen Macht in der Wirtschafts- und Finanzwelt schiebt man ihnen die Verantwortung für die Ungerechtigkeiten des Kapitalismus zu.

Der Antizionismus...
stellt den Zionismus als besonders rassistische und extreme nationalistische Bewegung dar. Die Kritik am Staat Israel ist hier im Vergleich zur Kritik an anderen Staaten viel schärfer. Oft bedient sich der Antizionismus Bilder und Vergleiche mit dem Nationalsozialismus, wodurch eine Verharmlosung der nazistischen Verbrechen insbesondere an den Jüd_innen einhergeht.

Mehr Infos zum Thema :


 

Broschüre Rechtsextremismus in Bayern

Der DGB Bayern hat die Broschüre "Rechtsextremismus in Bayern" herausgebracht. Darin wird erläutert, wie die Rechten in Bayern agieren und Wege in die Mitte der Gesellschaft suchen. Einen besonderen Schwerpunkt legt die Broschüre auf den spezifisch gewerkschaftlichen Zugang zum Thema Rechtsextremismus.

2015 wird eine Neuauflage der Broschüre erscheinen.

Weitere Infos und Links findet ihr bei der

Landeskoordinierungsstelle gegen Rechtsextremismus Bayern.


 

Die DGB-Jugend hat darüber hinaus drei Blickpunkte zum Thema herausgebracht, die ihr im Folgenden findet:


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