Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 25 - 01.05.2016

Tag der Arbeit: Dr. Di Pasquale fordert einen Kurswechsel in der Rentenpolitik

Dr. Verena Di Pasquale: „Ein würdevolles Leben im Alter muss Realität werden.“

Dr. Verena Di Pasquale, stellvertretende Vorsitzende des DGB Bayern, forderte am Tag der Arbeit einen Kurswechsel in der Rentenpolitik. Mit Blick auf die aktuelle Rentendebatte betonte Di Pasquale bei ihrer Rede in Landshut: „Das Thema Rente darf nicht nur für Wahlkampfzwecke und erhöhte Zustimmungswerte missbraucht werden. Vielmehr muss rentenpolitisch so umgesteuert werden, dass ein würdevolles Leben im Alter Realität wird.“

Di Pasquale ging auf die Situation der derzeitigen Rentengeneration ein: „Aktuell sind in Bayern rund 123.000 Menschen auf Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung angewiesen. Für all diese Menschen reicht die Rente schon heute nicht mehr zum Leben.“

Auch Menschen die jahrzehntelang gearbeitet haben, droht der soziale Abstieg im Alter. Als Gründe für diese Entwicklungen nannte Di Pasquale „die Rentenkürzungen, die in den vergangenen Jahren beschlossen wurden. Hinzu kommen die weit verbreitete Beschäftigung im Niedriglohnsektor und Lücken in der Erwerbsbiografie.“

Di Pasquale forderte daher, zuallererst das Absinken des Rentenniveaus zu stoppen und es langfristig deutlich zu erhöhen. „Ziel muss sein, den Lebensstandard im Alter durch die gesetzliche Rentenversicherung als tragende Säule des Rentensystems in Deutschland zu sichern.“

Di Pasquale kritisierte auch die in Bayern immer weiter auseinandergehende Schere zwischen Arm und Reich. Ebenso wie Reichtum werde auch Armut vererbt: „In Bayern hängt die Chance auf gute Bildung und dem damit verbundenen sozialen Aufstieg noch immer viel zu stark davon ab, aus welcher Familie ich komme.“

Di Pasquale bekräftigte: „Das muss sich ändern. Die Chancen der Kinder und Jugendlichen dürfen nicht vom Portemonnaie der Familie abhängen.“


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