Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 65 - 14.11.2016

Jena: „Rente muss für ein Leben in Würde reichen.“

Rentenreport Bayern 2016 unterstreicht dringenden Handlungsbedarf

Mehr als Dreiviertel aller Frauen und etwa ein Drittel der Männer, die 2015 in Bayern in Rente gingen, erhalten eine gesetzliche Altersrente, die unterhalb der Armutsgefährdungsschwelle von aktuell 1.025 Euro liegt. Mehr als die Hälfte der Frauen und immerhin fast ein Viertel der Männer müssen sogar mit weniger als 600 Euro Altersrente auskommen. Auf diese alarmierende Situation macht der „ Rentenreport Bayern 2016“ aufmerksam, den der DGB Bayern am 14. November in München veröffentlichte.

Der Report zeigt, dass auch in Bayern für viele Menschen die Rente allein nicht reicht, um den Lebensunterhalt zu bestreiten. Matthias Jena, Vorsitzender des DGB Bayern, fordert deshalb: „Wir brauchen einen Kurswechsel in der Rentenpolitik. Um Altersarmut zu vermeiden, muss der Sinkflug der Renten gestoppt, das Niveau der gesetzlichen Rente stabilisiert und langfristig deutlich erhöht werden. Rente muss für ein Leben in Würde reichen.“

Das Niveau der gesetzlichen Rente wird seit Jahrzehnten immer weiter abgesenkt. Lag es im Jahr 2000 noch bei knapp 53 Prozent, sind es aktuell lediglich 47,9 Prozent.

Männer, die 2015 in Bayern in Rente gegangen sind, bekommen im Durchschnitt eine gesetzliche Rente von 1.049 Euro pro Monat. Sie müssen durchschnittlich mit knapp 30 Euro weniger auskommen als Männer, die vor 2015 in Rente gingen.

Bei Frauen fällt die durchschnittliche gesetzliche Rente noch viel geringer aus. Rentnerinnen erhalten im Schnitt rund 40 Prozent weniger Rente als Männer. Ihre durchschnittliche gesetzliche Rente beträgt 616 Euro. Dr. Verena Di Pasquale, stellvertretende Vorsitzende des DGB Bayern, macht deutlich: „Die niedrigen Renten der Frauen sind das Spiegelbild ihres Erwerbslebens. Hier muss man ansetzen. Wichtige Schritte sind ein Rückkehrrecht in Vollzeit, ein flächendeckender Ausbau der Kinderbetreuung und die Umwandlung von Minijobs in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung.“

Di Pasquale warnt: „Wenn wir jetzt nicht gegensteuern, werden in Zukunft noch weitaus mehr Menschen nicht von ihrer Rente leben können. Wenn jetzt nichts passiert, wird Altersarmut auch im reichen Freistaat Bayern künftig zum Massenphänomen.“

Der Rentenreport des DGB Bayern zeigt, dass auch bei der Rente erhebliche regionale Unterschiede in Bayern bestehen. Die höchsten gesetzlichen Durchschnittsrenten für Männer, die 2015 in Rente gegangen sind, gibt es im Landkreis Erlangen-Höchstadt mit 1.284 Euro, gefolgt von denen im Landkreis Eichstätt mit 1.220 Euro. Schlusslicht ist die Stadt Landshut mit gesetzlichen Durchschnittsrenten für Männer von nur 724 Euro.

Frauen bekommen die höchste durchschnittliche Rente in der Landeshauptstadt München mit 763 Euro, gefolgt vom Landkreis München mit 738 Euro. Auf dem letzten Platz der gesetzlichen Durchschnittsrente für Frauen liegt der Landkreis Cham mit nur 462 Euro.

„Die Staatsregierung muss endlich ihrer in der Bayerischen Verfassung verankerten Aufgabe nachkommen und gleichwertige Lebensverhältnisse und Arbeitsbedingungen in ganz Bayern fördern und sichern. Das wirkt dann auch dem regionalen Rentengefälle entgegen“, so Jena.

Mit dem „Rentenreport Bayern 2016“ legt der DGB Bayern seinen dritten Bericht zur Situation der Rentnerinnen und Rentner in Bayern vor. Für den Report wertete der DGB Bayern aktuelle Zahlen und Daten von der Deutschen Rentenversicherung aus.


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14.11.2016
Ren­ten­re­port Bay­ern 2016
DGB/Simone M. Neumann
Der "Rentenreport Bayern 2016" ist der dritte Bericht des DGB Bayern zur Situation der Rentnerinnen und Rentner in Bayern. Bisher erschienen sind der "Rentenreport Bayern 2014" sowie der Report "Arbeitsqualität und Rente in Bayern".
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11.11.2016
Ren­ten­re­port Bay­ern 2016 un­ter­streicht drin­gen­den Hand­lungs­be­darf
Colourbox.de
Der Rentenreport Bayern 2016 unterstreicht den dringenden Handlungsbedarf bei der Rente. Anhand aktueller Daten und Fakten zeigt der DGB Bayern den rentenpolitischen Handlungsbedarf auf. Mehr als Dreiviertel aller Frauen und etwa ein Drittel der Männer, die 2015 in Bayern in Rente gingen, erhalten eine gesetzliche Altersrente, die unterhalb der Armutsgefährdungsschwelle von aktuell 1.025 Euro liegt.
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