Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 34 - 29.06.2018

Arbeitsmarkt: Bayern, Land der Zweitjobs

Jena: „Auch in Bayern muss das Gehalt für eine Vollzeitstelle zum Leben reichen!“

Matthias Jena, Vorsitzender des DGB Bayern, sagt zur heutigen Veröffentlichung der aktuellen Arbeitsmarktzahlen: „Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung entwickelt sich weiter positiv. Noch zu wenig gelingt es jedoch, Minijobs zurückzudrängen und das wachsende Phänomen der Zweit- und Drittjobs zu stoppen.“

So stiegen die gewerblichen Minijobs in Bayern im ersten Quartal 2018 im Vergleich zum Vorjahr um 1,1 Prozent auf 1,17 Millionen. Während die Minijobs in diesem Zeitraum in den meisten Bundesländern zurückgingen, zeigt sich in Bayern erneut ein starker Anstieg.

Ebenfalls stark zugenommen hat die Anzahl der Minijobs neben einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung. Lag deren Zahl 2003 noch bei 179.000, ist sie bis zum Jahr 2017 auf über 555.000 gestiegen (+ 376.000). Dies ist eine Steigerung um 209 Prozent. Die Steigerungsrate auf Bundesebene im Vergleichszeitraum beträgt lediglich 190 Prozent.

Entsprechend ist bayernweit auch der Anteil derjenigen, die neben dem eigentlichen Haupterwerb noch einem Nebenjob nachgehen, von 4,2 Prozent im Jahr 2003 auf 10,2 Prozent im Jahr 2017 angestiegen. Der bundesdeutsche Durchschnitt von 8,4 Prozent wird somit deutlich überschritten, zudem verzeichnen etliche Landkreise in Bayern bundesweite Spitzenwerte von über 12 Prozent.

Jena hierzu: „Bayerns Landkreise liegen bei den Zweitjobs einsam an der Spitze. Dadurch gehen jedoch Vollzeitarbeitsplätze verloren. Wir brauchen eine Bündelung der Arbeit statt einer weiteren Zersplitterung. Außerdem muss auch in Bayern das Gehalt für eine Vollzeitstelle zum Leben reichen!“

Durch diese Aufspaltung entgehen dem Staat Jena zufolge auch Steuern in Milliardenhöhe. „Es kann doch nicht sein, dass der Beschäftigte mit Überstunden diese voll versteuern muss, während der Minijob mit Ausnahme einer eher symbolischen Pauschale steuerfrei ist. Das sind Fehlanreize, die dringend angegangen werden müssen.“

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