Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 42 - 29.09.2017

Arbeitsmarkt: Wachsende Unsicherheit zurückdrängen

Jena: „Bessere Regulierung gehört ganz oben auf die Tagesordnung der nächsten Bundesregierung!“

Anlässlich der heute veröffentlichten Arbeitsmarktzahlen kritisiert Matthias Jena, Vorsitzender des DGB Bayern, die weitere Zunahme atypischer Beschäftigungsverhältnisse. Jena sieht die Politik in der Pflicht, für Ordnung auf dem Arbeitsmarkt zu sorgen: „Auf den ersten Blick sind die bayerischen Arbeitsmarktzahlen hervorragend. Seit langem waren die bayerischen Arbeitslosenzahlen im September nicht mehr so niedrig. Aber es ist nicht alles Gold, was glänzt: Atypische Beschäftigungsverhältnisse machen den überwiegenden Teil des Beschäftigungszuwachses der vergangenen Jahre aus. Leiharbeit, Minijobs, Teilzeit und Befristungen bieten aber weder eine längerfristige Perspektive noch eine ausreichende soziale Absicherung.“

Der Anteil atypischer Beschäftigung an allen Beschäftigungsverhältnissen in Bayern stieg von 29,5 Prozent im Jahr 2003 auf 38,3 Prozent im Jahr 2016. An die Adresse der Parteien richtet Jena daher eine klare Forderung: „Egal wie eine künftige Koalition auf Bundesebene aussieht – die bessere Regulierung des Arbeitsmarktes gehört ganz oben auf die Tagesordnung der nächsten Bundesregierung. Die Arbeitnehmer verdienen mehr Sicherheit.“

Zu einer Neuordnung des Arbeitsmarktes gehören aus Sicht des DGB u.a. die Abschaffung der sachgrundlosen Befristung, die Beschränkung der Leiharbeit, eine Reform der Minijobs, ein Rückkehrrecht aus Teilzeit in Vollzeit sowie die Erhöhung der Tarifbindung.


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