Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 49 - 01.10.2018

„Verfassung ist Anspruch!“ – Gleiche Arbeit heißt gleicher Lohn!

Di Pasquale: „Lohngerechtigkeit ist im Freistaat ein Fremdwort!“

Das sechste Motiv der Kampagne „Verfassung ist Anspruch!“ des DGB Bayern bezieht sich auf Artikel 168 der Bayerischen Verfassung. Darin heißt es: „Männer und Frauen erhalten für gleiche Arbeit den gleichen Lohn!“

Tatsächlich ist Bayern seit Jahren weit von der Erfüllung dieses Verfassungsauftrags entfernt. Wie Zahlen des Statistischen Bundesamts belegen, verdienen Frauen im Freistaat noch immer durchschnittlich 24 Prozent weniger als Männer. Dr. Verena Di Pasquale, stellvertretende Vorsitzende des DGB Bayern, kritisiert diesen Stillstand: „Lohngerechtigkeit ist im Freistaat ein Fremdwort! Bei der sogenannten Lohnlücke sind seit Jahren keine Fortschritte erkennbar. Und auch im Vergleich mit den anderen Bundesländern schneidet Bayern besonders schlecht ab.“

Laut Di Pasquale sind die Gehaltsunterschiede vor allem auf strukturelle Faktoren zurückzuführen: „Noch viel zu selten sind Frauen in besser vergüteten Führungspositionen in Politik und Wirtschaft vertreten. Umso häufiger arbeiten sie in den Berufen, die deutlich schlechter bezahlt werden, etwa als Pflegefachkraft oder Erzieherin. Dabei haben gerade diese Berufe eine enorme gesellschaftliche Relevanz. Sie müssen endlich die Anerkennung bekommen, die ihnen zusteht. Das muss sich selbstverständlich auch in der Bezahlung zeigen!“

Doch selbst bereinigt um diese Faktoren bleibt selbst bei gleicher Qualifikation und Tätigkeit noch immer ein Verdienstunterschied von durchschnittlich 6 Prozent zwischen Männern und Frauen. „Das zeigt ganz deutlich: Gleiche Arbeit heißt in Bayern nicht gleicher Lohn“, so Di Pasquale.

Darüber hinaus sind vor allem Frauen in prekären Beschäftigungsverhältnissen gefangen: „Frauen sind oftmals unfreiwillig in kurzer Teilzeit, in Minijobs oder befristet beschäftigt. Allein in Bayern sind über 80 Prozent aller Teilzeitbeschäftigen weiblich.“ Die geplante Umsetzung des Rückkehrrechts von Teilzeit auf Vollzeit sieht Di Pasquale daher positiv: „Für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist das ein großer Fortschritt. Auch für Männer wird es damit attraktiver, sich für kürzere Arbeitszeiten und mehr Familienarbeit zu entscheiden.“

Kritisch sieht Di Pasquale, dass das Gesetz nur für Unternehmen mit mehr als 45 Beschäftigten vorgesehen ist: „Durch diese Einschränkungen werden Millionen Beschäftigte, wieder insbesondere Frauen, von der Brückenteilzeit ausgeschlossen. Mehr Selbstbestimmung darf aber nicht von der Größe eines Betriebs abhängen. Der DGB Bayern fordert, dass das Brückenteilzeitgesetz ausnahmslos für alle Beschäftigten gilt.“

Von der zukünftigen Bayerischen Staatsregierung erwartet Di Pasquale daher mehr Einsatz für eine Gleichstellung der Geschlechter: „Dazu gehören auch massive Investitionen in die Qualität und den Ausbau von Plätzen in Kindertageseinrichtungen und Ganztagsschulen“, betont Di Pasquale.

„Verfassung ist Anspruch!“ – Gleiche Arbeit heißt gleicher Lohn!

„Verfassung ist Anspruch!“ – Gleiche Arbeit heißt gleicher Lohn! DGB Bayern

 

Das sechste Motiv „Gleiche Arbeit heißt gleicher Lohn!“ können Sie hier in Druckqualität herunterladen:

 

Hier kommen Sie zur Kampagnen-Seite: http://bayern.dgb.de/verfassungistanspruch


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