Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 17 - 29.03.2018

Arbeitsmarkt: Offene Stellen und Bewerber zusammenbringen

Jena: „Perspektiven am Arbeitsmarkt entstehen nicht von alleine, sondern durch kluge Investitionen in die Fähigkeiten der Menschen.“

Matthias Jena, Vorsitzender des DGB Bayern, sagt zur heutigen Veröffentlichung der aktuellen Arbeitsmarktzahlen: "Die Situation am Arbeitsmarkt ist derzeit gut, der Arbeitsmarkt ist mit einem Rekord an offenen Stellen so aufnahmefähig wie noch nie. Jetzt müssen die offenen Stellen und die Bewerber zusammengebracht werden."

Nötig ist dazu, das Fördern nicht aus den Augen zu verlieren. Denn gleichzeitig warten in Bayern immer noch über 100.000 arbeitslose Menschen im SGB II Bezug, darunter über 40.000 Langzeitarbeitslose, auf eine Chance am Arbeitsmarkt. Ein Teil davon hat ohne Förderung keinen realistischen Ausblick auf einen Arbeitsplatz.

"Perspektiven am Arbeitsmarkt entstehen nicht von alleine, sondern durch kluge Investitionen in die Fähigkeiten der Menschen. Gerade den Menschen im unterfinanzierten 'Hartz-IV-System' muss durch mehr Förderung eine stabile Brücke in den Arbeitsmarkt gebaut werden. Derzeit ist dies eher ein wackliger Steg", so Jena.

Die notwendige Förderung scheitert jedoch oftmals an den mangelnden Mitteln der aktiven Arbeitsmarktpolitik der Bayerischen Jobcenter. So wurden im Jahr 2016, neuere regionale Daten liegen noch nicht vor, alleine in den Jobcentern in Bayern über 51 Millionen Euro aus dem Topf für aktive Arbeitsmarktpolitik in den Verwaltungshaushalt umgeschichtet. Dies waren über 24 Prozent der Mittel für aktive Arbeitsförderung. Während damit die Verwaltungskosten pro erwerbsfähigem Leitungsbezieher in Bayern 1.229 Euro betrugen, lag das Budget für aktive Maßnahmen lediglich bei 544 Euro. Die Situation hat sich aufgrund weiter gestiegener Personal- und Sachkosten der Jobcenter bis zuletzt weiter verschärft.

Zwar ist im Koalitionsvertrag vorgesehen, den Jobcentern 4 Milliarden Euro in der gesamten Legislaturperiode für das Programm "Soziale Teilhabe" zur Verfügung zu stellen, um Arbeitslose im SGB II Bezug besser zu fördern. Da diese Mittel jedoch weitgehend für das Programm gebunden sind und bundesweit maximal 150.000 Menschen davon profitieren können, bleibt die Unterfinanzierung bestehen.

"Eine wirkungsvolle Verwaltung mit dem notwendigen Personal ist selbstverständlich notwendig. Für Verwaltungskosten müssen jedoch die notwendigen Mittel im Bundeshaushalt bereitgestellt werden, so dass Umschichtungen zu Lasten der aktiven Fördermittel nicht mehr notwendig sind", so Jena.


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28.02.2018
Ar­beits­mark­t: Po­ten­zia­le bes­ser nut­zen! - 124.000 of­fe­ne Stel­len
Jena: „Rekord-Arbeitsmarkt nutzen und Arbeitslose in Beschäftigung bringen!“
DGB/Simone M. Neumann
Jena unterstreicht die Forderungen des DGB Bayern nach einer Bildungsoffensive. „Bildung ist der beste Schutz vor Arbeitslosigkeit. Weiterbildungs- und Qualifizierungsangebote sollten nicht das Privileg der Hochqualifizierten sein."
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