Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 19 - 01.05.2014

Dr. Di Pasquale will mehr Gesundheitsschutz in Betrieben

Bayerische DGB-Vize rügt Versäumnisse der Arbeitgeber und warnt vor Folgen für Beschäftigte

Die stellvertretende Vorsitzende des DGB Bayern, Dr. Verena Di Pasquale, hat sich bei ihrer Rede am Tag der Arbeit in Rosenheim für mehr Prävention und Gesundheitsschutz in den Betrieben ausgesprochen. „Gute Arbeitsbedingungen können dafür sorgen, dass die Beschäftigten auch im höheren Erwerbsalter noch arbeitsfähig sind. Aber noch immer schützt die Mehrheit der Betriebe ihre Beschäftigten nur unzureichend vor gesundheitlichen Belastungen bei der Arbeit", sagte Di Pasquale. Diese Versäumnisse führten zu Erkrankungen und frühzeitigem Ausscheiden aus dem Beruf.

45 Prozent der bayerischen Beschäftigten gehen davon aus, dass sie es gesundheitlich nicht schaffen werden, ihre derzeitige Tätigkeit bis zum regulären Renteneintritt auszuüben. Di Pasquale fordert von den Unternehmen, endlich zu handeln: „Die Qualität der Arbeit muss in den Mittelpunkt rücken. Die Beschäftigten müssen vor krank machender Arbeit geschützt werden. Das Grundverständnis muss sich endlich durchsetzen, dass die gesundheitsgerechte Gestaltung von Arbeit der wichtigste Ansatz ist, um die Gesundheit der Beschäftigten zu erhalten."

Di Pasquale erwartet, dass auch die Politik tätig wird: „Dafür brauchen wir auch eine Anti-Stress-Verordnung. Statt die Beschäftigten immer mehr Druck auszusetzen, muss die Politik endlich mal Druck auf die Arbeitgeber ausüben, damit diese ihre Verpflichtungen im Betrieb einhalten."

Um der Gefahr der Altersarmut zu begegnen, fordert Di Pasquale eine Stabilisierung des Rentenniveaus: „Der Sinkflug der Rente muss aufgehalten werden, damit Altersarmut nicht zum Massenphänomen wird." Die Armutsgefährdung in Bayern liegt mittlerweile bei über 14 Prozent, bei den über 65-Jährigen ist bereits jeder Fünfte gefährdet. 

Di Pasquale begrüßt, dass die Bundesregierung nun nach langer Zeit die ersten Verbesserungen bei der Rente umsetzt. Die Rente mit 63 nach 45 Erwerbsjahren verteidigt sie gegen Kritik aus dem Arbeitgeberlager: „Jeder Mensch, der 45 Jahre oder länger hart gearbeitet hat, hat einen Anspruch auf eine Rente ohne Abschläge. Wer ernsthaft meint, die Unternehmen würden neue Frühverrentungswellen lostreten, dem sagen wir: Stoppt den Sozialmissbrauch der Arbeitgeber. Stoppt die Pläne zur Entlassung Älterer. Das geht ganz einfach mit dem Prinzip Abschreckung, es heißt Erstattungspflicht. Damit ist gemeint, dass Arbeitgeber, die ältere Beschäftigte auf die Straße setzen, die Kosten der Arbeitslosigkeit selbst zahlen müssen."

Link zur kompletten Rede von Dr. Verena Di Pasquale: http://bayern.dgb.de/-/IJX


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