Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 52 - 30.11.2017

Bayerischer Arbeitsmarkt: Nicht alle profitieren von der positiven Entwicklung

Jena: „Mehr als 80.000 Personen können von ihrer Arbeit nicht leben."

Matthias Jena, Vorsitzender des DGB Bayern, stellt anlässlich der heute veröffentlichten Arbeitsmarktzahlen fest: "Bei allem Jubel über die guten Arbeitsmarktdaten darf nicht vergessen werden, dass nicht alle von der guten Arbeitsmarktlage profitieren. Mehr als 80.000 Personen können im reichen Bayern von ihrer Arbeit nicht leben. Sie müssen zusätzlich Leistungen der Grundsicherung beziehen. Diesen Menschen ist auch bei einer Arbeitslosenquote mit einer Zwei vor dem Komma sicher nicht zum Feiern zumute."

Die Zahlen der Agentur für Arbeit zeigen, dass gleichzeitig die Zahl der Teilzeitbeschäftigten einen neuen Rekordstand erreicht hat. 1,4 Millionen Menschen, also mehr als ein Viertel aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Bayern, arbeiten in Teilzeit. Ihre Zahl ist im Vergleich zur Gesamtentwicklung der Beschäftigung überproportional angestiegen (+4,5 Prozent). Hiervon sind vor allem Frauen und Alleinerziehende betroffen, die versuchen Familie und Beruf zu vereinbaren. Die Agentur für Arbeit verweist darauf, dass gerade viele Alleinerziehende ihre Arbeitszeit gerne erweitern würden. Dies scheitert aber oftmals an den Rahmenbedingungen.

Daher fordert Matthias Jena: "Ein Rückkehrrecht aus Teilzeit in Vollzeit ist überfällig. Dauerhafte Teilzeit ist mit niedrigeren Einkommen und einem hohen Altersarmut-Risiko verbunden. Gleichzeitig verschwenden die Unternehmen hier ein großes Arbeitskräftepotential. Für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie braucht es aber auch deutlich mehr und bessere Kinderbetreuungsangebote."


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