Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 40 - 31.08.2018

Ausbildungsstart 2018: DGB Bayern fordert attraktive Ausbildungsbedingungen

Jena: „Staatsregierung und Arbeitgeber müssen jetzt handeln!“

Am 1. September beginnen nach den aktuellen Ausbildungsmarktzahlen der Agentur für Arbeit rund 43.000 junge Menschen in Bayern ihre Berufsausbildung. Diese bietet optimale Chancen für den Start ins Berufsleben, schützt vor Arbeitslosigkeit und hilft Unternehmen und Beschäftigten beim Meistern des digitalen Wandels. Sie ist zudem das beste Instrument gegen den Fachkräftemangel.

Eigentlich. Denn viele Unternehmen ziehen sich aus der Ausbildung zurück. Ganze Branchen geraten wegen schlechter Ausbildungsbedingungen in Verruf. Die Lösungsquoten von Ausbildungsverträgen sind bei bestimmten Berufen unvermindert hoch. Seit Jahren bleiben viele junge Menschen lieber in der Schule, als in die duale Ausbildung zu gehen.

„Das ist besorgniserregend“, sagt Matthias Jena, der bayerische DGB-Vorsitzende. „Die aktuellen Zahlen zeigen doch deutlich, dass etwas schief läuft auf dem bayerischen Ausbildungsmarkt.“ So gehen rund 35.000 junge Menschen, die heuer gerne eine Ausbildung begonnen hätten, leer aus, weil sie keine passende Stelle gefunden haben. Gleichzeitig haben die Unternehmen noch rund 32.000 Ausbildungsstellen zu besetzen.

„Und das ist nicht nur ein Matching-Problem. Die Ausbildungsbedingungen müssen attraktiver werden“, bekräftigt Jena. „Dafür können die Staatsregierung und die Arbeitgeber einiges tun. Sie müssen jetzt handeln, für die Fachkräfte von morgen und gegen Perspektivlosigkeit. Wir wollen, dass alle Menschen im reichen Bayern eine berufliche Perspektive haben und das geht nur durch Bildung, Bildung und nochmal Bildung.“

Jena fordert die Staatsregierung daher auf, eine bayerische Ausbildungsgarantie zu schaffen, also jedem jungen Menschen in Bayern einen Ausbildungsplatz zu garantieren. Zudem müsse die Staatsregierung durch die Einführung eines kostenlosen bayerischen Azubi-Tickets und die Schaffung von kostengünstigem Wohnraum für Azubis deren Mobilität fördern.

Auch die Arbeitgeber nimmt Jena in die Pflicht: „Arbeitgeber haben ein Interesse an guten Fachkräften und einer guten und attraktiven Ausbildung. Deswegen müssen sie sich nicht nur dafür einsetzen, dass schwarze Schafe, die Azubis ausbeuten, bestraft werden, sondern auch für attraktive Ausbildungsvergütungen sorgen, von denen man leben kann. Die Mindestausbildungsvergütung kann dabei nur die unterste Grenze sein.“


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01.08.2018
Aus­bil­dungs­star­t: Die wich­tigs­ten Fra­gen und Ant­wor­ten
Symbolbild: Ausbilder / Meister / Handwerksmeister mit Jugendlichen Auszubildenden / Azubis in Werkstatt Kfz-handwerk
Colourbox
Am 1. August beginnt für viele Jugendliche das neue Ausbildungsjahr. Gerade zu Beginn der Ausbildung stellen sich viele Fragen: Was ist beim Ausbildungsvertrag zu beachten? Wer regelt, wann und wo ich arbeiten muss? Sind Überstunden erlaubt? Die DGB-Jugend hat die Antworten.
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