Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 41 - 28.09.2017

Internationaler Tag der älteren Menschen: Lebenssituation Älterer verbessern

Di Pasquale: Sozialen Abstieg im Alter verhindern

Der 1. Oktober ist der Internationale Tag der älteren Menschen. Dieser Tag steht dafür, Männern und Frauen ein Alter in Sicherheit und Würde zu ermöglichen. Aus diesem Anlass fordert Verena Di Pasquale, stellvertretende Vorsitzende des DGB Bayern, ihre Lebenssituation zu verbessern: „Immer mehr Ältere sind von Armut bedroht. Um hier einen Riegel vorzuschieben und sozialen Abstieg im Alter zu verhindern, brauchen wir einen Kurswechsel in der Rentenpolitik. Die Stärkung der gesetzlichen Rente muss ganz oben auf der politischen Agenda stehen. Zuallererst geht es darum, das Rentenniveau zu stabilisieren und anschließend deutlich anzuheben, damit die Rente ihrer Lohnersatzfunktion auch nachkommen kann.“

Nach den neuesten Zahlen des Statistischen Bundesamts ist die Zahl der armutsgefährdeten älteren Menschen in Bayern erneut angestiegen. Im Jahr 2016 waren demnach 18,8 Prozent der Männer und 24,5 Prozent der Frauen über 65 Jahren von Armut bedroht. Damit lag der Anteil jeweils deutlich über dem Landesdurchschnitt von 14,9 Prozent. Vor zehn Jahren waren es bei den älteren Männern noch 14,9 Prozent, bei den Frauen 19,6 Prozent.

Zudem gilt es frühzeitig dafür Sorge zu tragen, ein gesundes Altern zu ermöglichen. Noch immer fehlt es an alters- und alternsgerechten Arbeitsplätzen in den Betrieben und an passenden und sozial abgesicherten Übergängen vom Erwerbsleben in die Rente für die Beschäftigten. „Es gilt, die Voraussetzungen zu schaffen, damit möglichst viele Beschäftigte bis zum Renteneintritt auch tatsächlich sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind. Bei viel zu vielen ist dies nicht der Fall“, so Di Pasquale weiter.

Bei einem Großteil der älteren Menschen kommt es zu Brüchen zwischen dem Austritt aus dem Erwerbsleben und dem Eintritt in die Rente. So war im Jahr 2015 deutlich weniger als die Hälfte unmittelbar vor Rentenbeginn überhaupt noch sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Bei den Männern gelang dies gerade einmal knapp 40 Prozent, bei den Frauen lediglich knapp 35 Prozent.

Auch wenn es gelungen ist, die Erwerbsbeteiligung Älterer in den vergangenen Jahren zu erhöhen, wechselt noch immer eine viel zu hohe Zahl von ihnen nicht aus aktiver Beschäftigung, sondern aus Krankheit, Arbeitslosigkeit oder Nicht-Erwerbstätigkeit in die Rente.

„Es muss also darum gehen, ältere Beschäftigte im Arbeitsleben zu halten und flexible und sozial abgesicherte Übergänge in die Rente zu ermöglichen. Hier stürzen viel zu viele Ältere ab, mit der Folge, dass auf den letzten Metern noch ihre gesamte Lebensleistung entwertet wird. Daher sind zum einen die Arbeitgeber gefordert: Sie müssen älteren Arbeitslosen eine Chance auf einen Wiedereinstieg ins Arbeitsleben zu geben. Zum anderen ist die bayerische Staatsregierung gefordert, sich für einen Rechtsanspruch auf sozialversicherungspflichtige Teilzeit im Alter wie auch für eine Zugang in eine Teilrente ab 60 einzusetzen“, so Di Pasquale abschließend.


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