Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 20 - 03.05.2017

Bayerischer Arbeitsmarkt: DGB Bayern warnt vor allzu voreiligem Jubel

Jena: „Ein erheblicher Teil der Arbeitsplätze in Bayern ermöglicht keine ausreichende soziale Absicherung.“

Matthias Jena, Vorsitzender des DGB Bayern, stellt anlässlich der Veröffentlichung der aktuellen Arbeitsmarktzahlen fest: „Der Aufschwung am bayerischen Arbeitsmarkt setzt sich fort. Dennoch dürfen die Augen nicht davor verschlossen werden, dass ein erheblicher Teil der Arbeitsplätze in Bayern keine ausreichende soziale Absicherung ermöglicht. Knapp eine Millionen Menschen im Freistaat arbeiten zu Niedriglöhnen.“

Daher warnt Jena vor übereilten Jubelmeldungen und mahnt an, den Arbeitsmarkt nicht nur unter rein quantitativen Gesichtspunkten zu betrachten: „Für uns ist die Qualität der Arbeitsplätze entscheidend. Arbeit muss immer auch eine Perspektive auf Absicherung im Alter bieten. Atypische Beschäftigung trägt in vielen Fällen zur wachsenden Altersarmut bei. Dauerhafte Teilzeit, Befristungen, Minijobs, Leiharbeit und Werkverträge führen oft zu einer Armutskariere, denn aus Erwerbsarmut wird oft Altersarmut.“

Jena sieht die Arbeitgeber in der Pflicht endlich die soziale Schieflage am Arbeitsmarkt zu beseitigen: „Anstatt immer neue Forderungen nach weiterer Flexibilisierung der Arbeitsverhältnisse oder der Ausdehnung der Arbeitszeit zu erheben, müssen die Arbeitgeber endlich ihre Hausaufgaben erledigen und den Beschäftigten soziale Teilhabe und eine gute Perspektive im Alter ermöglichen. Hierzu gehört die Ausweitung der Tarifbindung ebenso wie die Abschaffung sachgrundloser Befristungen, ein Rückkehrrecht von Teilzeit auf Vollzeit und die Umwandlung der Minijobs in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung.“


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