Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 13 - 31.03.2017

Bayern: Glänzender Arbeitsmarkt versagt bei Integration von Langzeitarbeitslosen und Schwerbehinderten

Jena: „Es ist eine Frage der Gerechtigkeit, den betroffenen Menschen soziale Teilhabe durch Arbeit zu ermöglichen“

Matthias Jena, Vorsitzender des DGB Bayern, stellt anlässlich der heutigen Veröffentlichung der aktuellen Arbeitsmarktzahlen fest: „Der bayerische Arbeitsmarkt entwickelt sich weiter positiv. Ausdruck dessen sind mehr als 400.000 neue sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse, die in den vergangenen vier Jahren entstanden sind. Dennoch profitieren nicht alle Gruppen gleichermaßen von dieser guten Entwicklung. Der Arbeitsmarkt versagt bei der Integration von Langzeitarbeitslosen und Schwerbehinderten.“

Die Langzeitarbeitslosigkeit ist in Bayern seit 2013 gerade einmal um etwas mehr als 8.000 Personen zurückgegangen. Noch immer sind hier mehr als 57.000 Menschen davon betroffen. Noch magerer sieht es bei arbeitslosen schwerbehinderten Menschen aus. Seit 2013 ist ihre Zahl in Bayern lediglich um etwas mehr als 1.400 zurückgegangen. Über 22.000 Schwerbehinderte Menschen stecken nach wie vor in der Arbeitslosigkeit fest.

Jena hierzu: „Über 400.000 neue Beschäftigungsverhältnisse. Davon nur 9.400 für Langzeitarbeitslose und Menschen mit einer Schwerbehinderung. Das bedeutet, für diese beiden Gruppen ist der boomende bayerische Jobmotor Schall und Rauch. Sie profitieren, wenn überhaupt, nur marginal vom Allzeithoch an offenen Stellen. Zur Wahrheit am Arbeitsmarkt gehört es eben auch, dass wir es weiterhin mit vielfältigen Stigmatisierungen zu tun haben. Bleibt es bei dieser Geschwindigkeit, sind erst in 28 Jahren alle Langzeitarbeitslosen vermittelt. Bei den Menschen mit Schwerbehinderung wären es sogar 62 Jahre. So lange wollen und können die betroffenen Menschen nicht warten.“

Angesichts dieser Kehrseite des bayerischen Arbeitsmarktes erneuert der DGB Vorsitzende die Forderung nach größeren Anstrengungen zur Arbeitsmarktintegration. „Wir brauchen mehr Investitionen in öffentlich geförderte Beschäftigung. Die Zahlen belegen, dass trotz der aktuellen Boomphase viele Menschen sehr geringe Chancen auf Teilhabe am Arbeitsleben haben. Hier ist der Freistaat Bayern in der Pflicht. Die Blockadehaltung gegenüber öffentlich geförderte Beschäftigung muss aufgebrochen werden. Es ist eine Frage der Gerechtigkeit, den betroffenen Menschen soziale Teilhabe durch Arbeit zu ermöglichen.“


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