Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 27 - 31.05.2017

Bayerischer Arbeitsmarkt: Atypische Beschäftigung erreicht neuen Höchststand

Jena: Besorgniserregende Entwicklung bei Zweit- und Drittjobs

Die Veröffentlichung der aktuellen Arbeitsmarktzahlen ist für Matthias Jena, Vorsitzender des DGB Bayern, Anlass auf eine besorgniserregende Entwicklung hinzuweisen: „Parallel zu immer neuen Rekorden bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung wird erneut ein Höchststand an atypischer Beschäftigung auf dem bayerischen Arbeitsmarkt erreicht.“

Jena bezieht sich dabei auf aktuelle Zahlen der Hans-Böckler-Stiftung, die diese in der Datenbank „Atypische Beschäftigung“ bereitstellt. Eine Auswertung der Daten für Bayern führt zu einem zwiespältigen Ergebnis: Im Freistaat sind sowohl die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung als auch atypische Beschäftigungsformen, wie Teilzeit, Leiharbeit und geringfügige Beschäftigung auf Wachstumskurs.
 
Jena hierzu: „Mit weit über 2,3 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern erreicht das Niveau der atypischen Beschäftigung in Bayern schwindelerregende Höhen: Das sind 38,3 Prozent der rund 5,3 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Viele der mittlerweile fast 1,4 Millionen Teilzeitkräfte würden gerne mehr arbeiten, auch um die eigene Absicherung im Alter zu verbessern. Leiharbeit erreicht ebenfalls mit fast 147.000 Beschäftigten einen neuen Rekordwert. Dies sind über 100.000 Leiharbeitskräfte mehr als noch im Jahr 2003.“

Einzig der leichte Rückgang der Personen, die ausschließlich in einem Minijobs beschäftigt waren, ist positiv hervorzuheben. Jena weist allerdings darauf hin, dass die Entwicklung der nebenberuflichen Minijobs diese positiven Trend aufhebt: „Zweit- und Drittjobs nehmen in Bayern zu. In den letzten zehn Jahren allein gab es hier eine Steigerung von über 200.000 Personen. Seit 2003 gar um mehr als 340.000. Auch das ist ein neuer Höchststand. Diese besorgniserregende Entwicklung muss umgekehrt werden.“

Jena verweist hierzu auf die Reformvorschläge des DGB, die als erste Schritte hin zu mehr Ordnung am Arbeitsmarkt ein Rückkehrrecht aus Teilzeit in Vollzeit sowie die Umwandlung von Minijobs in voll sozialversicherungspflichtige Beschäftigung vorsehen.


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