Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 32 - 30.06.2017

Arbeitsmarktzahlen: Aufschwung geht an Älteren vorbei

Jena: Unternehmen verschenken großes Potenzial

Matthias Jena, Vorsitzender des DGB Bayern, fordert angesichts der heute veröffentlichten Arbeitsmarktzahlen mehr Unterstützung für Arbeitnehmer und Arbeitslose über 50: „Ältere Menschen stellen die größte Gruppe der Arbeitslosen in Bayern und finden nur schwer wieder zurück in Arbeit. Die Unternehmen haben offensichtlich noch nicht begriffen, welches große Potenzial an Qualifikationen sie damit verschenken.“

Menschen über 50 profitieren nur teilweise von der guten Lage auf dem bayerischen Arbeitsmarkt. In dieser Altersgruppe ist die Arbeitslosenquote durchgängig höher und die Arbeitslosigkeit sinkt langsamer. Werden ältere Menschen arbeitslos, ist das Risiko für sie arbeitslos zu bleiben wesentlich höher als bei jüngeren Arbeitslosen. Wie groß der Handlungsbedarf ist, zeigt der Vergleich mit anderen Bundesländern: In Bayern ist der Anteil älterer Arbeitsloser ab 55 an allen Arbeitslosen mit 22,9% höher als in allen anderen westdeutschen Bundesländern.

Matthias Jena fordert daher eine bessere Unterstützung von älteren Menschen auf dem Arbeitsmarkt: „Weiterbildungsangebote spielen dabei eine zentrale Rolle, damit der Wiedereinstieg in Arbeit nachhaltig gelingen kann.“

Mit Blick auf den Übergang in die Rente stellt Jena fest: „Die Diskussion über eine Erhöhung des Renteneintrittsalters ist absurd. Viele schaffen es bereits heute nicht bis 65 in Arbeit zu bleiben. Daher wirkt jede Erhöhung wie eine Rentenkürzung. Das ist mit uns nicht zu machen.“


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