Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 13 - 15.03.2018

Equal Pay Day 2018 – DGB Bayern fordert gleichen Lohn für gleiche Arbeit

Di Pasquale: „Frauen haben ein Recht auf Mehr!“

Auch im Jahr 2018 ist Bayern noch weit von einer Gleichstellung der Geschlechter am Arbeitsmarkt entfernt. Nach aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamts verdienen Frauen im Freistaat noch immer durchschnittlich 24 Prozent weniger als Männer. "Seit Jahren sind hier keine Fortschritte erkennbar. Hinzu kommt, dass diese Differenz deutlich höher ist als in fast allen anderen Bundesländern", kritisiert die stellvertretende Vorsitzende des DGB Bayern, Dr. Verena Di Pasquale, anlässlich des Equal Pay Day am 18. März. Nur in Baden-Württemberg liegt die sogenannte "Lohnlücke" mit 27 Prozent noch höher, im Bundesdurchschnitt beträgt sie 21 Prozent. Weibliche Beschäftigte werden laut Di Pasquale demnach klar benachteiligt: "Diese Situation ist untragbar. Frauen haben ein Recht auf Mehr! Dazu gehören die gleichen beruflichen Chancen genauso wie der gleiche Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit."

Ausschlaggebend für die Lohnungerechtigkeit seien Di Pasquale zufolge vor allem strukturelle Faktoren: "Die Bezahlung ist in frauendominierten Berufen, etwa in der Pflege, deutlich schlechter. Zudem steigen Frauen seltener in besser vergütete Führungspositionen auf. Auch unterbrechen sie häufiger ihre Berufstätigkeit für die Betreuungsarbeit in der Familie." Di Pasquale sieht darin eine Folge des hohen Frauenanteils an atypischen Beschäftigungsverhältnissen: "Es sind vor allem Frauen, die, oftmals unfreiwillig, in Teilzeit oder auch geringfügig beschäftigt sind. Viele Frauen stecken in der Teilzeitfalle fest. Alleine in Bayern sind über 80 Prozent aller Teilzeitbeschäftigten weiblich."

Aus diesem Grund begrüßt Di Pasquale das Vorhaben der neuen Bundesregierung, das lange geforderte Recht auf befristete Teilzeit zu schaffen, und pocht zugleich auf dessen zügige Umsetzung: "Das Rückkehrrecht in Vollzeit ist schon lange überfällig. Der letzte Koalitionsvertrag hat in dieser Hinsicht seine Versprechungen nicht gehalten. Jetzt muss es darum gehen, schnell zu handeln. Für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist das ein großer Fortschritt. Denn auch für Männer wird es damit attraktiver, sich für kürzere Arbeitszeiten und mehr Familienarbeit zu entscheiden." Kritisch sieht Di Pasquale, dass der Rechtsanspruch nur in Betrieben mit mehr als 45 Beschäftigten gelte: "Durch diese Einschränkung werden zu viele Menschen ausgegrenzt. Vielmehr müssen alle Frauen und Männer von dieser Regelung profitieren, unabhängig davon wie viele Menschen in ihrem Unternehmen arbeiten."

Hintergrund:

Der Equal Pay Day markiert den Tag, bis zu dem Frauen in Deutschland über den Jahreswechsel hinaus arbeiten müssten, um rechnerisch auf das durchschnittliche Jahresgehalt ihrer männlichen Kollegen zu kommen – in diesem Jahr ist das der 18. März.

 


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