Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 30 - 16.06.2018

2. Frauengipfel – DGB Bayern will prekäre Beschäftigung zurückdrängen

Di Pasquale: „Mehr Selbstbestimmung darf nicht von der Größe des Betriebs abhängen!“

Dr. Verena Di Pasquale, stellvertretende Vorsitzende des DGB Bayern, betonte, dass im Freistaat vor allem Frauen von atypischen Beschäftigungsverhältnissen und Niedriglöhnen betroffen seien. „Viele Frauen arbeiten unfreiwillig in kurzer Teilzeit, in Minijobs oder sind befristet beschäftigt. Im Ergebnis haben wir es daher mit unsicherer und oft schlecht bezahlter Arbeit zu tun“, sagte Di Pasquale. Daher fordert Di Pasquale eine Aufwertung bei den sogenannten typischen Frauenberufen: „Da denke ich zum Beispiel an Erzieherinnen oder Pflegefachkräfte. Hier brauchen wir mehr gesellschaftliche Anerkennung und Wertschätzung. Und das muss sich auch in der Bezahlung zeigen."

Ein erster wichtiger Schritt in Richtung „Gute Arbeit“ sei Di Pasquale zufolge das Rückkehrrecht von Teilzeit auf Vollzeit, das „die Regierungskoalition nun zügig umsetzen“ müsse. Kritisch sieht Di Pasquale hier die vorgesehenen Ausnahmen und Quoten für kleine und mittlere Betriebe. So soll die sogenannte „Brückenteilzeit“ erst für Unternehmen mit mehr als 45 Beschäftigten gelten. „Für viele Beschäftigte in kleineren Unternehmen greift das Gesetz also nicht. Mehr Selbstbestimmung darf aber nicht von der Größe des Betriebs abhängen. Wir wollen ein wasserdichtes Gesetz, das allen Beschäftigten nutzt!“, so Di Pasquale.

Auf die gesundheitlichen Risiken prekärer Arbeit ging der Wissenschaftsjournalist Dr. Werner Bartens in seinem Impulsreferat genauer ein: „Fast die Hälfte der Erwerbstätigen ist bei der Arbeit müde und erschöpft. Ursache dafür sind unter anderem die Arbeitsbedingungen. Dazu gehören die ständige Erreichbarkeit, Termin- und Leistungsdruck sowie Überstunden.“ Bartens zufolge seien schlechte Arbeitsbedingungen und die daraus resultierende Unzufriedenheit im Beruf auch Risikofaktoren für Krankheiten, beispielsweise des Herz-Kreislauf-Systems.

„Gleiche Rahmenbedingungen für alle“ forderte auch die Vorsitzende des Landesverbandes Bayern des Katholischen Deutschen Frauenbundes, Dr. Elfriede Schießleder. Denn gerade prekäre Beschäftigungsverhältnisse seien mit einem hohen Armutsrisiko verbunden, „was in Bayern vor allem Frauen betrifft“.  Daher kritisierte Schießleder, „dass das Armutsrisiko von Frauen in der Öffentlichkeit noch immer nicht das große Thema ist, das es eigentlich sein sollte.“

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