Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 38 - 31.08.2017

Arbeitsmarkt: Familien und Alleinerziehende brauchen mehr Unterstützung

Di Pasquale: „Bayern hinkt bei Betreuungsangeboten immer noch hinterher“

Dr. Verena Di Pasquale, stellvertretende Vorsitzende des DGB Bayern, fordert angesichts der heute veröffentlichten Arbeitsmarktzahlen mehr Unterstützung von arbeitslosen Familien und Alleinerziehenden. „Zwar haben wir eine positive Entwicklung am Arbeitsmarkt, aber häufig findet die Arbeitsaufnahme in atypischen Arbeitsverhältnissen statt.“ Die Armutsquote unter Alleinerziehenden ist dramatisch höher als im Landesdurchschnitt und lag bei 36,7 Prozent im Jahr 2016. Unter Erwerbslosen lag sie sogar bei 48,1 Prozent.

Familien und Alleinerziehende brauchen bessere Betreuungsangebote, um Kinder und Job zu vereinbaren. Die Staatsregierung muss deutlich mehr in die Kinderbetreuung in Bayern investieren. Di Pasquale dazu: „Investitionen werden sowohl im frühkindlichen Bereich als auch für die Ganztagsschule gebraucht. Gerade einmal 15% der Schüler in Bayern gingen 2014 in eine Ganztagsschule. Das macht Bayern zum Schlusslicht unter allen Bundesländern.“

Gerade zum Schulstart fällt auf, dass die Hartz-IV-Sätze nicht realitätsnah berechnet sind. Für eine komplette Schulausrüstung mit Schulranzen und Schultüte, Federmappe und Stifte, Malblock, Hefte und vieles andere werden schnell 250€ fällig. Der Regelsatz sieht pro Jahr aber nur eine Pauschale von 100€ für Schulausrüstung vor. „Das zeigt, dass wir eine Neuberechnung brauchen, die sich an der Realität orientiert. Da jedes Kind aber nur einmal eingeschult wird, muss es sofort wirksame Hilfe für betroffene Familien geben.“, sagt Di Pasquale abschließend.


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