Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 22 - 18.04.2013

DGB erfreut über Mindestlohn-Beschluss der Evangelischen Landeskirche

DGB-Chef Jena dankt Landesbischof Bedford-Strohm

Erfreut hat der DGB Bayern den heutigen Beschluss der Landessynode der Evangelischen Kirche in Bayern zum gesetzlichen Mindestlohn zur Kenntnis genommen.

Matthias Jena, Vorsitzender des DGB Bayern: „Ich freue mich, dass unsere Forderung nach einem allgemeinen, gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde nun auch durch das Parlament der Evangelischen Kirche unterstützt wird. Die Forderung nach einem Mindestlohn erhält breite gesellschaftliche Unterstützung, sodass ich mir sicher bin, dass spätestens die nächste Bundesregierung diese Forderung endlich umsetzen wird.“

Wer die ganze Woche hart arbeite, der müsse von dieser Arbeit auch leben können, ohne zusätzlich auf staatliche Unterstützung angewiesen zu sein, so der DGB-Landeschef. „Es entspricht dem biblischen Menschenbild ebenso wie der gewerkschaftlichen Vorstellung von einem würdigen Leben, dass ein Mensch von seiner Hände Arbeit leben können muss. Schon der Apostel Paulus hat im ersten Brief an seinen Mitarbeiter Timotheus geschrieben: ‚Der Arbeiter ist seines Lohnes wert’ (1.Tim 5,18).“

Unterdessen arbeiten rund fünf Millionen Menschen in Deutschland zu Stundenlöhnen unter 8,50 Euro, mehr als eine Million sogar zu Stundenlöhnen unter 5 Euro.

Jena: „Ein gesetzlicher Mindestlohn muss alle Löhne unter 8,50 Euro pro Stunde kassieren, flächendeckend, gesetzlich festgelegt, das ist der Mindeststandard. Ich freue mich deshalb, dass die Evangelische Kirche in Bayern hier so klar Position bezogen hat und sich nicht auf irgendwelche Ausweichmanöver eingelassen hat, wie sie derzeit unter dem Stichwort einer „Lohnuntergrenze“ diskutiert werden.“ Jena bedankte sich insbesondere auch bei Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, den er seit Langem als engagierten Verfechter des gesetzlichen Mindestlohnes kenne.

Die Landessynode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern hat sich heute in Nürnberg für die Einführung eines gesetztlichen Mindestlohns ausgesprochen. „Wir appellieren an die bayerische Staatsregierung und die Fraktionen im Bayerischen Landtag sowie alle bayerischen Vertreterinnen und Vertreter im Bundestag und in der Bundesregierung, sich dafür einzusetzen, dass das Bundesministerium für Arbeit und Soziales gemeinsam mit den Tarifparteien entsprechende Regelungen entwickelt“, heißt es im Beschluss.

Zur Pressemitteilung der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern


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