Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 35 - 24.07.2017

Einseitiger Pakt für Berufliche Bildung ohne Gewerkschaften

DGB Bayern kündigt Verbesserungsvorschläge an Seehofer an

Die Bayerische Staatsregierung unterzeichnet heute einen Pakt für Berufliche Bildung, der nur mit Wirtschaftsverbänden und Kammern ausgearbeitet wurde. Eine Einbeziehung der Arbeitnehmer fehlt. Das duale Ausbildungssystem ist weltweit einzigartig und erfolgreich. Daran hat die Sozialpartnerschaft zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften maßgeblichen Anteil. Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertreter sind mit der Organisation und der Überwachung der Berufsbildung betraut. Beide Seiten bestimmen wesentlich die Ausbildungsinhalte und die Ausbildungsbedingungen in den Unternehmen. All diese Punkte sind im Berufsbildungsgesetz als Auftrag an die Sozialpartner festgelegt.


Für die 1.612 Berufsschulen in Bayern ist der Pakt nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Während den Gym-nasien 1000 neue Stellen für das G9 versprochen werden, gibt es für Berufsschulen gerade einmal 100 Lehrer mehr. Eine bessere Ausstattung für die Herausforderungen der Digitalisierung gibt es nicht flächendeckend, sondern nur für wenige „Exzellenzzentren“. Auch die Anhebung des Meisterbonus überzeugt nicht. Teilweise müssen für berufliche Fortbildungsabschlüsse bis zu 5.000 € gezahlt werden. Der DGB fordert die komplette Gebührenfreiheit auch in der Beruflichen Bildung.


Matthias Jena findet das Vorgehen der Bayerischen Staatsregierung deshalb unverständlich: „Die Gewerkschaften haben eine Reihe von Vorschlägen, um die Berufliche Bildung in Bayern zu stärken. Der Pakt hätte wesentlich besser ausfallen können, wenn die Gewerkschaften an der Ausarbeitung beteiligt gewesen wären. Wir werden Ministerpräsident Seehofer unsere Forderungen per Brief mitteilen. Wenn man das Thema ernsthaft voranbringen will, geht das nur mit beiden Sozialpartnern.“


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