Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 35 - 12.07.2018

Sommerferien ohne Erholung - Bayerischen LehrerInnen droht Entlassungswelle

Jena: „Entfristen statt entlassen ist das Gebot der Stunde!“

In Bayern herrscht Lehrermangel. Trotzdem werden jedes Jahr aufs Neue befristet angestellte LehrerInnen und Lehrer mit Beginn der Sommerferien vor die Tür gesetzt, um dann nach den Sommerferien wieder angestellt zu werden. Der Freistaat spart auf diese Weise Geld auf Kosten der Beitragszahler in die Arbeitslosenversicherung. Und er sorgt bei den betroffenen Kolleginnen und Kollegen für große Unsicherheit.

„Das ist skandalös und höchst kurios. Da klagt das Kultusministerium, dass es nicht genügend Personal findet, greift gar auf Pensionäre und Quereinsteiger zurück. Und gleichzeitig entlässt es Jahr für Jahr gut ausgebildete und gut eingearbeitete LehrerInnen statt sie zu behalten. Entfristen nicht entlassen ist das Gebot der Stunde.“ sagt der bayerische DGB-Vorsitzende Matthias Jena in München.

Und weiter: „Der Lehrerberuf in Bayern muss attraktiver werden. Das funktioniert nur, wenn der Freistaat seinen Lehrerinnen und Lehrern gute Perspektiven bietet, mehr Lehrpersonal fest anstellt und die Löhne schulartübergreifend angleicht. In Zeiten zunehmender Unsicherheit sollte doch gerade der Freistaat als öffentliche Hand mit gutem Beispiel vorangehen und sein Personal ordentlich behandeln.“

2017 meldeten sich 860 Lehrerinnen und Lehrer in Bayern zum Beginn der Sommerferien arbeitssuchend. Aktuelle Zahlen für 2018 liegen noch nicht vor. Laut Agentur für Arbeit hat sich ihre Zahl im Juni 2018 im Vergleich zum Vorjahr aber deutschlandweit erhöht. Der DGB Bayern begrüßt, dass heute das Thema, aufgrund eines Eilantrags der SPD, im bayerischen Landtag diskutiert wird.

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