Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 04 - 14.02.2017

Mehr Flexibilität für Beschäftigte - Rückkehrrecht in Vollzeit schaffen

Di Pasquale: „Bedürfnisse der Beschäftigten ernst nehmen, souveräneren Umgang mit Arbeitszeit ermöglichen“

Der DGB Bayern begrüßt den Gesetzentwurf des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales zur Weiterentwicklung des Teilzeitrechts. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in Teilzeit soll damit die Verlängerung ihrer Arbeitszeit bzw. die Rückkehr in Vollzeit erleichtert werden.

Dazu erklärt die stellvertretende Vorsitzende des DGB Bayern, Dr. Verena Di Pasquale: „Der Gesetzentwurf ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Über 1,3 Millionen Menschen in Bayern sind in Teilzeit beschäftigt. Das sind 22% aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Teilzeit ist in Bayern überwiegend Frauensache: Während nur 7,5% aller sozialversicherungspflichtig beschäftigten Männer in Teilzeit arbeiten, beträgt der Teilzeitanteil bei den Frauen 37,2% (fast 1,1 Millionen Beschäftigte). Teilzeit wird häufig als Instrument zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf wahrgenommen, dauerhafte Teilzeit birgt aber auch erhebliche Nachteile beim Einkommen, bei der Karriere und bei der sozialen Sicherung. Gerade für viele Frauen ist Altersarmut damit vorprogrammiert.“

Nicht alle Beschäftigten, die in Teilzeit arbeiten, tun dies freiwillig. Viele Männer und Frauen würden ihre Arbeitszeit gerne erhöhen, während andere sie gerne zumindest auf Zeit reduzieren würden. Di Pasquale stellt daher fest: „Das Bedürfnis der Beschäftigten nach einem souveräneren Umgang mit ihrer Arbeitszeit muss endlich ernst genommen werden. Ein Rückkehrrecht aus Teilzeit würde nicht nur die Teilzeitfalle für Frauen entschärfen, es würde auch den Anreiz für Männer erhöhen, ihre Arbeitszeit aus familiären Gründen zeitweise zu reduzieren. Dies wäre ein guter Ansatz für mehr Flexibilität im Sinne der Beschäftigten.“


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