Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 36 - 01.08.2017

Arbeitsmarkt: Ohne Berufsabschluss höheres Risiko arbeitslos zu werden

Jena: „Wir brauchen Weiterbildungsangebote, die alle erreichen.“

Matthias Jena, Vorsitzender des DGB Bayern, fordert angesichts der heute veröffentlichten Arbeitsmarktzahlen mehr Angebote in der Weiterbildung. „Wir brauchen einen Kulturwandel beim Thema Weiterbildung. Hier sind alle Partner am Arbeitsmarkt gefordert. Wir brauchen Konzepte und Angebote, die alle Beschäftigten erreichen.“

Aktuelle Zahlen der Bundesagentur für Arbeit belegen, wie stark Menschen ohne Berufsabschluss von Arbeitslosigkeit bedroht sind. Trotz der insgesamt guten Arbeitsmarktlage waren 11,4 Prozent der Menschen ohne Berufsausbildung arbeitslos. Demgegenüber liegt die Arbeitslosigkeit von Menschen mit abgeschlossener Berufsausbildung bei nur 2,5 Prozent. Besonders dramatisch stellt sich die Situation für Langzeitarbeitslose dar: In Bayern verfügen 30 Prozent der Langzeitarbeitslosen über keine abgeschlossene Berufsausbildung.

Für diese Gruppe sind spezielle Angebot erforderlich: „Für Menschen ohne Berufsausbildung muss das Nachholen eines Schul- und Berufsabschlusses im Vordergrund stehen. Dafür sind vielfältige Anreize notwendig“, so Matthias Jena. Erstens müssen Anreize wie Freistellungs- und Entgeltansprüche für Menschen geschaffen werden, die noch im Erwerbsleben stehen und parallel zum Arbeitsplatz einen Abschluss nachholen wollen. Zweitens muss das Format der Weiterbildungsangebote an die Bedürfnisse der Zielgruppe angepasst werden. Jena dazu: „Diese Menschen haben häufig schlechte Erfahrung mit schulischem Lernen gemacht. Die Weiterbildungsangebote dürfen ihnen nicht das Gefühl geben, ein zweites Mal auf der Schulbank zu landen.“


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