Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 48 - 28.09.2018

Arbeitsmarkt: Langzeitarbeitslose finden in Bayern immer seltener eine Arbeit

Jena: „Wir brauchen eine Stärkung der aktiven Arbeitsmarktpolitik in Bayern!“

Anlässlich der heute veröffentlichten Arbeitsmarktzahlen konstatiert Matthias Jena, Vorsitzender des DGB Bayern: „Die weiter sinkende Zahl der Langzeitarbeitslosen in Bayern ist der Tatsache geschuldet, dass es aufgrund der guten Arbeitsmarktlage immer weniger Zugänge in Langzeitarbeitslosigkeit gibt. Die Chancen der verbliebenen Langzeitarbeitslosen, wieder am ersten Arbeitsmarkt Fuß zu fassen, sind hingegen gesunken. Hier brauchen wir verstärkte Aktivitäten der Staatsregierung, um auch dem harten Kern der Langzeitarbeitslosen Teilhabechancen zu eröffnen.“

So betrug der Zugang zur Langzeitarbeitslosigkeit in Bayern von Oktober 2017 bis September 2018 89.413 Personen. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren dies noch 101.708 Personen. Die sich verschlechternden Arbeitsmarktchancen zeigen sich allerdings erst beim Blick auf die sogenannten Abgänge aus der Langzeitarbeitslosigkeit. Insgesamt gab es von Oktober 2017 bis September 2018 96.332 Abgänge. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es noch 107.363.

Entscheidend sind vor allem die Arbeitsaufnahmen der Langzeitarbeitslosen am ersten Arbeitsmarkt. Von Oktober 2017 bis September 2018 gelang dies in Bayern 11.428 Personen. Im Vorjahr fanden noch 13.078 eine neue Arbeitsstelle, was einen Rückgang um 12,6 Prozent bedeutet.

Hierzu sagt Matthias Jena: „Selbst in Boomzeiten wie diesen verschlechtern sich die Arbeitsmarktchancen der bayerischen Langzeitarbeitslosen. Dieser Trend muss umgekehrt werden. Wir brauchen eine Stärkung der aktiven Arbeitsmarktpolitik in Bayern. Mit CURA ("Coaching von Familien zur Bekämpfung urbaner Arbeitslosigkeit") steht hier ein wirkungsvolles Instrument zur Verfügung, das durch seinen ganzheitlichen Ansatz entscheidend zur Integration in den Arbeitsmarkt beitragen kann. Doch leider sind die CURA-Standorte bisher einzelne Leuchttürme in der bayerischen Landschaft. Wir brauchen jedoch ein dichtes Netz, das über ganz Bayern gespannt werden muss.“

Daher fordert der DGB Bayern eine bessere Personalausstattung, insbesondere in den Jobcentern, sowie eine finanzielle Förderung des Freistaates Bayern, um es Kommunen zu ermöglichen, ebenfalls CURA-Standort zu werden.


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