Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 62 - 02.11.2016

Armut entsteht am Arbeitsmarkt

Jena: „Dauerhafte Teilzeit, Minijobs, Leiharbeit und Werkverträge verschärfen für viele die Armutskariere.“

Matthias Jena, Vorsitzender des DGB Bayern, kritisiert angesichts der heute veröffentlichten Arbeitsmarktzahlen den weiterhin ungebrochenen Trend zu mehr atypischer Beschäftigung im Freistaat: „Wir brauchen Arbeit, von der die Menschen im hier und jetzt leben können, die ihnen aber zugleich auch eine Perspektive im Alter bietet. Atypische Beschäftigung trägt in vielen Fällen zur wachsenden Altersarmut bei. Dauerhafte Teilzeit, Minijobs, Leiharbeit und Werkverträge verschärfen für viele die Armutskariere, denn aus Erwerbsarmut wird oft Altersarmut.“

Etwa 38 Prozent aller abhängig Beschäftigten in Bayern arbeiten in atypischen Arbeitsformen. Circa 1,3 Millionen arbeiten in Teilzeit, über eine Million davon sind Frauen. Mehr als 825.000 haben ausschließlich einen Minijob, die überwiegende Mehrheit (ca. 540.000) sind auch hier Frauen. Dazu kommen über 135.000 Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter.

Jena hierzu: „Wenn die Bundesregierung im neuen Alterssicherungsbericht davor warnt, dass es für Geringverdiener ohne zusätzliche Vorsorge im Alter eng werden wird, muss sie daraus Konsequenzen ziehen und für bessere Rahmenbedingungen auf dem Arbeitsmarkt sorgen. Sie muss die Voraussetzungen dafür schaffen, dass sich auch Menschen in atypischer Beschäftigung eine gute Perspektive im Alter erarbeiten können. Gerade für viele erwerbstätige Frauen bedarf es wirksamer Instrumente: Mehr und bessere Kinderbetreuung statt Landesbetreuungsgeld, ein Rückkehrrecht von Teilzeit auf Vollzeit und die Umwandlung der Minijobs in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung.“


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