Deutscher Gewerkschaftsbund

31.03.2016

Streitzeit: Wir lassen uns nicht spalten!

Kundgebung am 9. April
Der DGB ruft für den 9. April 2016 zu einer Kundgebung in München auf. Der Aufruf richtet sich an alle, die gegen eine Zwei-Klassen-Gesellschaft in den Betrieben kämpfen. Die Gewerkschaften machen mit der Protestaktion Druck für ein Gesetz gegen den Missbrauch von Leiharbeit und Werkverträgen.

Im Rahmen des Koalitionsvertrags einigten sich SPD, CDU und CSU auf ein Gesetz zur Regulierung dieser Praxis. Nach wochenlangen Verhandlungen veröffentlichte Arbeitsministerin Andrea Nahles im Februar einen inhaltlich bereits abgeschwächten Gesetzesentwurf. Die CSU stoppte daraufhin die Abstimmung des Gesetzes auf Druck der Arbeitgeber. Diese Blockade nehmen wir nicht schweigend hin!

Aufruf Kundgebung: Wir lassen uns nicht spalten!

DGB

Missbrauch ist Alltag
In vielen Betrieben gilt längst nicht mehr das Prinzip gleiche Arbeit - gleicher Lohn. Stattdessen werden Leiharbeit und Werkverträge systematisch missbraucht. Löhne, Mitbestimmung und Arbeitsschutz werden teils schon seit Jahren unterlaufen. Aus Instrumenten zur Spitzenabdeckung und für Spezialaufträge sind alltägliche Massenphänomene geworden. Hunderttausende Kolleginnen und Kollegen verdienen weniger, als ihnen rechtmäßig zusteht - und es werden immer mehr.

Der DGB ruft für den 9. April 2016 zu einer Kundgebung in München auf. Der Aufruf richtet sich an alle, die gegen eine Zwei-Klassen-Gesellschaft in den Betrieben kämpfen. Die Gewerkschaften machen mit der Protestaktion Druck für ein Gesetz gegen den Missbrauch von Leiharbeit und Werkverträgen.

Es reicht!
Die CSU ist Teil der Großen Koalition und ebenso an die Zusagen gebunden wie SPD und CDU. Wir brauchen ein Gesetz, das den Missbrauch von Leiharbeit und Werkverträgen wirksam verhindert. Der DGB fordert die CSU daher zum Handeln auf.

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Zwei Klassen
Der Durchschnittslohn von westdeutschen Fachkräften in der Privatwirtschaft beträgt 18,60 €. Bei Leiharbeitern sind es nur 14,81 €. Während lediglich 10,8 Prozent der Normalbeschäftigten weniger als zwei Drittel des mittleren Stundenlohnes verdienen, sind es über 67 Prozent der in Leiharbeit Beschäftigten. Auch Werkvertragsbeschäftigte müssen sich mit geringeren Löhnen zufrieden geben. 45 Prozent von ihnen betrifft diese Lohnungleichheit. Dafür müssen sie im Vergleich zur Stammbelegschaft häufig länger arbeiten, wie die Hans-Böckler-Stiftung herausfand. Atypisch Beschäftigte erhalten zudem weniger gesundheitsfördernde Maßnahmen. Während diese für 58 Prozent der Normalbeschäftigten im Betrieb angeboten werden, ist das nur bei 29 Prozent der in Leiharbeit Beschäftigten der Fall. Mit dieser Spaltung der Belegschaften muss endlich Schluss sein. Lasst uns dafür am 9. April in München gemeinsam ein Zeichen setzen!


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