Deutscher Gewerkschaftsbund

17.05.2017

Streitzeit - Kurswechsel: Für die Zukunft Deiner Rente

Die Kampagne läuft

Der bundesweite Renten-Aktionstag des DGB findet am Mittwoch, 31.5.2017, statt. Allein in Bayern wird es an knapp 80 Orten „Pendleraktionen“ geben, bei denen der DGB Bayern über die gewerkschaftlichen Positionen zum Thema Alterssicherung informiert. Direkt auf der Straße und in den Bahnhöfen sollen die Arbeitnehmer/innen mit den Forderungen für einen Kurswechsel in der Rentenpolitik erreicht werden.

Der DGB konnte bereits erste Erfolge mit seiner Rentenkampagne erzielen: Das Thema Rente steht wieder im Blickpunkt der Politik und ist eines der großen Wahlkampfthemen. Erstmals seit langem wird wieder über die Höhe des Rentenniveaus diskutiert. Jetzt gilt es weiter Druck zu machen!

Sturzflug schon sichtbar

Der aktuelle Rentenreport des DGB Bayern zeigt deutlich: Schon heute fallen die durchschnittlichen Altersrenten von NeurentnerInnen in Bayern mit 616 € für Frauen und 1.049 € für Männer bescheiden aus (s.a. http://bayern.dgb.de/-/hSk).

Hier spiegeln sich geringe Beitragszeiten und Abschläge, die bei vorzeitigem Renteneintritt in Kauf genommen werden müssen, ebenso wider, wie das seit geraumer Zeit sinkende Rentenniveau.

Den Absturz stoppen

Aktuell liegt das Rentenniveau bei knapp 48 Prozent. Bleibt es bei der derzeitigen Politik, wird es nach Berechnungen des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales bis zum Jahr 2045 um weitere 13 Prozent sinken (siehe Grafik). Das Rentenniveau läge dann bei unter 42 Prozent.

Weniger Leistung, höhere Beiträge?

Deutliche Einbußen im Alter und bei Erwerbsminderung sind selbst für langjährig Versicherte die Folge. Die Erfahrung der letzten 15 Jahre hat gezeigt, dass die private Vorsorge nicht geeignet ist, um die in der gesetzlichen Rente entstandenen Lücken zu schließen. Der Beitragssatz würde trotz des sin­kenden Rentenniveaus bis 2045 auf 23,4 Prozent steigen. Mehr Beitrag bei weniger Leistung, das ist keine Alternative für die Versicherten.

Kurswechsel einläuten

Eine starke Rentenversicherung, die vor Armut und sozialem Abstieg im Alter schützt, ist erreich­bar. Der DGB hat hierzu konkrete Vorschläge gemacht.

Dazu gehört, die Basis an Beitragszahlenden zu stärken, samt Ausweitung des Schutzes auf Selbstständige. Die Gestaltung des demographischen Wandels liegt in der Verantwortung der gesamten Gesellschaft und nicht bloß der Beitragszahlenden. Da­her muss ein zusätzlicher demographischer Bundeszuschuss eingeführt werden. Auch alle anderen versicherungsfremden Leistungen sind voll aus Steuermitteln zu finanzieren – z.B. die Mütterrente oder die Ost-West Angleichung.

Entwicklung des Rentenniveaus

DGB Bayern


Finanzierbar und gerecht? Das geht!

Der DGB fordert eine sofortige Stabilisierung und mittelfristig die Erhöhung des Rentenniveaus. Das ist finanzierbar und gerecht.

Mit einem Beitragssatz von voraussichtlich bis zu 25 Prozent in den 2040er Jahren sind planbare Schritte machbar. Das wären nur 1,6 Prozent­punkte mehr als bei einem weiter sinkenden Rentenniveau. Für ein um rund 20 Prozent höheres Rentenniveau müssten die Beschäftigten also 0,8 Prozent mehr Beitrag zahlen. Die andere Hälfte tragen paritätisch die Arbeitgeber. So geht sozial gerechte Politik!

Klar ist aber auch, dass die Rentenversicherung nur eine Seite der Medaille ist. Gut abgesichert ins Alter geht nur durch gute Arbeit im Hier und Jetzt!

Deshalb ist es weiterhin entscheidend, der Verwilderung am Arbeitsmarkt, durch Leiharbeit, Werkverträge, Befristungen und Niedriglohnsektor und auch der anhaltenden Tarifflucht der Arbeitgeber entgegenzutreten.

Denn Armut entsteht auch am Arbeitsmarkt!

Die Streitzeit im pdf-Format zum Download:

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