Deutscher Gewerkschaftsbund

30.04.2018

Streitzeit - 1. Mai - Tag der Arbeit

Unter dem Motto „Solidarität, Vielfalt, Gerechtigkeit" gehen am 1. Mai bayernweit wieder Zigtausende auf die Straße, allein im Freistaat finden 100 Veranstaltungen zum Tag der Arbeit statt. An diesem Feiertag der Arbeiterbewegung machen sich Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter – wie an jedem anderen Tag des Jahres – stark für eine solidarische, gerechte und weltoffene Gesellschaft.

Gerechtigkeit – Politik ist gefordert

Und doch werden die Forderungen am 1. Mai wieder ganz besonders laut sein, damit es bei denen ankommt, die es hören müssen. Denn die politischen Entscheiderinnen und Entscheider auf Bundes- und Landesebene sind gefordert, ihren wohlmeinenden Worten – ob im Koalitionsvertrag der Bundesregierung oder im „10-Punkte-Plan" des Bayerischen Ministerpräsidenten – endlich Taten folgen zu lassen. Und dabei müssen sie noch eine ordentliche Schippe drauf legen, um tatsächlich für Gerechtigkeit in diesem Land sorgen. Da wäre zum Beispiel das schon lange geforderte Rückkehrrecht von Teilzeit in Vollzeit, das die Bundesregierung nun zügig umsetzen will. Allerdings mit der Einschränkung, dass dies nur in Betrieben mit mindestens 45 Beschäftigen möglich ist. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kleiner und mittelgroßer Betriebe schauen in die Röhre. Gerecht ist das nicht. Deshalb brauchen wir ein Gesetz, das für alle Beschäftigten gilt!

Tarifbindung für alle

Ebenso gibt es beim Thema Lohn-Gerechtigkeit noch enormen Nachholbedarf – und zwar nicht nur, was die gleiche Bezahlung von Frauen und Männern betrifft, wo die sogenannte „Lohnlücke" in Bayern seit Jahren unverändert bei 24 Prozent liegt. Auch treten immer mehr Arbeitgeber aus dem Arbeitgeberverband aus. So entziehen sich diese nicht nur der Tarifbindung, dem Garanten für gerechte Löhne, sondern gleichzeitig auch ihrer sozialen Verantwortung. Abhilfe schafft hier die Erleichterung der Allgemeinverbindlichkeit von Tarifverträgen – die Tarifbindung muss gestärkt werden und für alle gleichermaßen gelten!

Solidarität + Vielfalt = Gewerkschaft

Was mit Solidarität und Zusammenhalt alles möglich ist, beweisen die Gewerkschaften in aller Regelmäßigkeit mit ihren erfolgreichen Tarifabschlüssen. Aber Gewerkschaften beweisen auch jeden Tag aufs Neue, wie gute Zusammenarbeit von Menschen unterschiedlichster Herkunft, Religion und Nationalität – wie Vielfalt – funktioniert. Deshalb stellen sich Gewerkschaften Ausgrenzung, Antisemitismus, Rassismus und Rechtspopulismus entschieden entgegen.

 

Beteiligt euch am 1. Mai!

1. Mai 2018

"Solidarität, Vielfalt, Gerechtigkeit" - das Motto zum 1. Mai 2018 DGB

Hoch lebe der 1.Mai!

Ritual? Freier Tag? Tag der Arbeit? An diesem Tag gehen hunderttausende Beschäftigte auf die Straße, um für ihre Interessen einzustehen. Das ist bitter nötig, immer noch oder mehr denn je.

In seiner Regierungserklärung lobhudelt der neue Ministerpräsident Söder über die bayerische Wirtschaft, Arbeitnehmerinteressen kommen nur randständig vor. „Bayern erlebt goldene Zeiten", sagt Söder. Gilt das auch für die befristet Beschäftigten, die, die sich keine Wohnung in Städten leisten können, diejenigen, die mit der kärglichen Rente zurechtkommen müssen?

Die bayerischen Wirte fordern ein Ende des bisherigen Arbeitszeitgesetzes bei einer Kundgebung in München. Mit anderen Worten: Schutzge-setze sollen weg, damit Wirte mehr verdienen. Das Arbeitszeitgesetz ist aber kein Hindernis, sondern ein Regulativ gegen Ausbeutung und Vernutzung der Arbeitskraft.

Unsere Forderungen müssen WIR deutlich machen, sonst tut es niemand. Deshalb gilt das Motto wie vor 100 Jahren:

Hoch lebe der 1. Mai!

Die Streitzeit im PDF-Format zum Download:


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