Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 30 - 11.06.2019

Bayerns Beschäftigte leisteten 2018 mehr als 139 Millionen unbezahlte Überstunden

Jena: „Bayerns Arbeitgeber klauen Beschäftigten Jahr für Jahr Zeit und Geld."

Bayerns Beschäftigte haben im Jahr 2018 mehr als 139 Millionen unbezahlte Überstunden angehäuft. Das geht aus Berechnungen des DGB Bayern hervor. Dadurch sind ihnen brutto etwa vier Milliarden Euro Lohn entgangen. Rund 1,5 Milliarden Euro Sozialversicherungsbeiträge wurden nicht gezahlt.

Bayerns DGB-Vorsitzender Matthias Jena: „Bayerns Arbeitgeber klauen Beschäftigten Jahr für Jahr Zeit und Geld. Nicht nur das: Arbeiten ohne Ende ist ein Gesundheitsrisiko. Wer sich in seinem Job bis zur Erschöpfung aufreibt, wird krank. Es ist nicht verwunderlich, dass auch in Bayern die Zahl der psychischen Erkrankungen deutlich zugenommen hat. Diese Entwicklung muss gestoppt werden. Da ist es gut, dass der Europäische Gerichtshof Mitte Mai die Mitgliedsstaaten dazu angehalten hat, ihre Unternehmen zum systematischen Erfassen der Arbeitszeiten zu verpflichten. Transparenz ist der erste Schritt, damit wir von diesem riesigen Überstundenberg herunterkommen. Für die Zeiterfassung müssen jetzt Lösungen her. Politik und Unternehmen stehen in der Verantwortung.“

Jena verwies auch auf den Zusammenhang zwischen unbezahlter Mehrarbeit und Tarifbindung: „Gerade in Bereichen, in denen die Tarifbindung niedrig ist, bekommen viele Beschäftigte für ihre Mehrarbeit noch nicht mal eine Entlohnung. Das zeigt, wie dringend wir hier mehr Tarifbindung und Mitbestimmung brauchen. Denn Betriebsräte und Tarifverträge schützen die Beschäftigten vor diesem Lohnraub.“


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