Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 54 - 16.12.2020

Gewalt gegen Beschäftigte endlich beenden – DGB Bayern begrüßt Initiative der Staatsregierung

Jena: „Jetzt gilt es, das erarbeitete Konzept auch umzusetzen und mit Leben zu füllen.“

Seit vielen Jahren setzt sich der DGB gegen Gewalt an Beschäftigten im öffentlichen und privatisierten Sektor ein, so auch aktuell mit der Initiative „Vergiss nie, hier arbeitet ein Mensch“. Daher begrüßt der DGB Bayern die aktuelle Initiative „Mitarbeiterschutz vor Gewalt“ des Bayerischen Finanzministeriums: „Wir freuen uns, dass die Staatsregierung mit diesem Projekt einen ersten wichtigen Schritt getan hat, um ihre Beschäftigten zu schützen. Es war uns deshalb ein großes Anliegen, eine gemeinsame Grundsatzerklärung gegen Gewalt mit dem Finanzministerium zu unterschreiben, um deutlich zu machen, dass wir Gewalt kategorisch ablehnen“, betont Matthias Jena, Vorsitzender des DGB Bayern.

„Jetzt gilt es, das erarbeitete Konzept auch umzusetzen und mit Leben zu füllen. Es darf keine Absichtserklärung mit Empfehlungen bleiben, sondern muss verpflichtend Anwendung finden. So müssen Gefährdungsbeurteilungen endlich durchgeführt und Schulungskonzepte und Ansprechpersonen verpflichtend erarbeitet bzw. festgelegt werden. Gewalt gegen Beschäftigte hört nicht von allein auf. Wir müssen alles dafür tun, sie endlich zu beenden“, so Jena weiter. Der DGB Bayern begrüßt auch, dass die statistische Erhebung über die Anzahl der Gewaltvorfälle gegen Beschäftigte im öffentlichen Dienst in Bayern künftig in einem Zweieinhalb-Jahres-Rhythmus und nicht mehr nur alle fünf Jahre stattfindet. „Hier ist es wichtig, dass auch wirklich alle Fälle gemeldet werden, um einen differenzierten Überblick über die Situation im Freistaat zu bekommen“, so Jena.

Von Gewalt sind aber nicht nur die Beschäftigten des Freistaats betroffen, auch in den Kommunen sowie im privatisierten Sektor stellt Gewalt gegen Beschäftigte ein großes Problem dar. „Einige Kommunen handeln schon vorbildlich durch entsprechende Schutzkonzepte und Vereinbarungen. Diese Konzepte müssen nun flächendeckend eingeführt werden“, so Jena abschließend.

Lesen Sie hier Die gemeinsame Grundsatzerklärung im Wortlaut

 

Hintergrund

Die DGB-Initiative „Vergiss nie, hier arbeitet ein Mensch“ verdeutlicht, dass Gewalt gegen Beschäftigte viele Berufsgruppen trifft und nicht nur das Problem einiger weniger ist. Betroffenen soll eine Stimme gegeben werden und Allgemeinheit und Entscheidungsträger*innen sollen auf das Problem aufmerksam gemacht werden. Denn hinter den Betroffenen steht immer noch der Mensch, der seine Arbeit für die Allgemeinheit erledigt hat und dafür angegriffen, bespuckt oder verbal beleidigt wurde.

Herzstück dieser Kampagne ist eine Plakatreihe, in denen sieben Betroffene aus unterschiedlichen Berufsgruppen gezeigt werden (ÖPNV, Polizei, Stadtreinigung, Ordnungsamt, Gesundheitswesen, Zugbegleiter, Feuerwehr). Ein Großtransparent zur Initiative hängt derzeit am Gewerkschaftshaus in Nürnberg. Gemeinsam mit betroffenen Beschäftigten aus mehreren Branchen, die über ihre Erlebnisse berichteten, wurde dieses dort im Juli enthüllt. Weitere Bausteine der Kampagne sind Workshops zu Themen wie Prävention, Deeskalation und Nachsorge, Spots und regelmäßige Podcasts sowie eine Meldekarte für Übergriffe. Der DGB fordert seit langem eine Meldestelle für Vorfälle, um einen ganzheitlichen Überblick über das Phänomen zu bekommen. Die Initiative soll aufgrund der großen Resonanz und Aktualität bis Ende 2021 verlängert werden.

Alle Motive, Hintergrundinfos sowie weitere Materialien zur Kampagne sind unter http://www.dgb.de/mensch zu finden.


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