Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 38 - 21.06.2021

Bayerische DGB-Frauen zeigen Landtagsfraktionen der CSU und der Freien Wähler die „Rote Karte

Di Pasquale: „Zeitgemäße Geschlechterpolitik sieht anders aus!“

Seit März 2021 unterstützt der Bayerische Landtag auf Antrag der Fraktionen der CSU und der Freien Wähler mit 20.000 Euro das umstrittene antifeministische „Forum Soziale Inklusion“ (FSI). Damit gehen – trotz vielseitiger Kritik, u.a. seitens des Bundesfamilienministeriums – Fördermittel an einen Verein, der die These verbreitet, die Politik „vertrete nur die Belange von Frauen und Minderheiten“. Im Rahmen der Bezirksfrauenkonferenz haben die bayerischen DGB-Frauen den beiden Fraktionen für diesen gravierenden Verstoß gegen echte Gleichstellung die „Rote Karte“ gezeigt – und ihnen damit ihren insgesamt 8. Un-Gleichstellungspreis verliehen.

Zur Preisverleihung sagt Verena Di Pasquale, stellvertretende Vorsitzende des DGB Bayern:

„Nach eigenen Angaben setzt sich das ‚Forum Soziale Inklusion‘ für die Belange von Frauen und Männern sowie von getrennt erziehenden Müttern und Vätern ein. Doch tatsächlich vertritt dieser Verein eine antifeministische Haltung, die gegen die wirkliche Gleichberechtigung und Gleichstellung aller Geschlechter in unserer Gesellschaft agiert. Die Bayerische Staatsregierung spricht zwar immer wieder von Gleichberechtigung, handelt aber nicht danach. Zeitgemäße Geschlechterpolitik sieht anders aus!“

Bettina Messinger, Vorsitzende des DGB-Bezirksfrauenausschusses, ergänzt:

„Die inhaltliche und politische Ausrichtung des Vereins „Forum Soziale Inklusion“ wird vom Bundesfamilienministerium sehr kritisch beobachtet. Die Fraktionen von CSU und Freien Wählern setzen sich einfach darüber hinweg und ignorieren die Bedenken. Damit gehen fünf Prozent von den ohnehin knappen 400.000 Euro, die für Gleichstellungsarbeit in Bayern aufgewendet werden und die für Beratungsstrukturen für lesbische, schwule, bisexuelle, transgender, intersexuelle und queere Personen (LSBTIQ) gedacht sind, an einen äußerst fragwürdigen Verein.“


Hintergrund

Die Gewerkschafterinnen im DGB Bayern sind in der gleichstellungspolitischen Landschaft der größte Verbund, der die Interessen von Arbeitnehmerinnen vertritt. Der DGB und seine acht Mitgliedsgewerkschaften setzen sich für Geschlechtergerechtigkeit gemäß Art. 3 Grundgesetz ein. Im DGB Bayern sind mehr als 240.000 Gewerkschafterinnen organisiert.

Seit 2016 verleihen die DGB-Frauen ihren Un-Gleichstellungspreis für gravierende Verstöße gegen die Gleichstellung von Frauen und Männern.


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