Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 26 - 03.05.2021

Impfen im Betrieb: DGB Bayern für Festhalten an Priorisierung

Jena: „Bei Impfstoffknappheit keine Überholspur auf Kosten von Risikogruppen schaffen.“

In Verbindung mit einer umfassenden Teststrategie und den bestehenden Infektionsschutzmaßnahmen eröffnet die Impfung gegen Covid-19 eine klare Perspektive auf eine baldige Eindämmung der Pandemie. Der DGB Bayern unterstützt daher das Ziel, schnell möglichst vielen Menschen ein Impfangebot zu machen, und ruft dazu auf, entsprechende Angebote wahrzunehmen. Einer einseitigen Aufhebung der Priorisierungsvorgaben der Impfverordnung bei Impfungen im Betrieb, wie sie die bayerische Staatsregierung und die bayerischen Arbeitgeber planen, erteilt Matthias Jena, Vorsitzender des DGB Bayern, zum jetzigen Zeitpunkt jedoch eine Absage:

„Auch wenn die Impfkampagne an Geschwindigkeit aufnimmt und die Lage innerhalb Bayerns sehr unterschiedlich ist, warten immer noch viele Menschen aus Risikogruppen dringend auf eine Impfung. Solange Impfstoff knapp ist, darf keine Überholspur auf ihre Kosten geschaffen werden. Auch in der Priorisierungsgruppe 3 befinden sich viele Menschen, die aufgrund ihrer persönlichen Situation oder beruflichen Tätigkeit einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind, z.B. Beschäftigte im Lebensmitteleinzelhandel oder Lehrkräfte. Sie halten den Laden am Laufen und erwarten zu Recht ein baldiges Impfangebot.“

Es dürfe laut Jena nicht dazu kommen, dass der Zeitpunkt der Impfung vom jeweiligen Arbeitgeber und nicht von der Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe abhänge. Gerade große Unternehmen, die häufig über eigene betriebsärztliche Strukturen verfügen, könnten ein entsprechendes Angebot leichter umsetzen als kleinere und mittlere Unternehmen.

Jegliches Verständnis fehlt Jena dafür, dass die Staatsregierung bei der Auswahl der Betriebe für das anlaufende Modellprojekt nur die Arbeitgeberseite einbezogen hat: „Es geht hier um elementare Interessen von Arbeitnehmer*innen. Die bayerischen Gewerkschaften, die Kolleg*innen vor Ort verfügen über eine hohe Expertise im Arbeits- und Gesundheitsschutz. Betriebs- und Personalräte haben bei der Umsetzung mitzubestimmen. Sie kennen die Belegschaften und Arbeitsabläufe in den Betrieben. Die Staatsregierung darf dies nicht zugunsten von Arbeitgeberinteressen links liegen lassen“, so Jena abschließend.


Nach oben

Themenverwandte Beiträge

Pressemeldung
Massive Kritik an geplanter Corona-Kostenverteilung im Gesundheitswesen
„Es ist nicht hinnehmbar, dass am Ende des Tages die Beitragszahler für die Kosten der Krise aufkommen sollen. Die Bewältigung der Corona-Pandemie ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und liegt somit in der Verantwortung des Staates", so Matthias Jena, Vorsitzender des DGB Bayern. Zur Pressemeldung
Artikel
Streitzeit: Die Rente muss zum Leben reichen!
In der aktuellen Ausgabe der Streitzeit gehen wir auf einige zentrale Ergebnisse des neuen bayerischen Rentenreports ein und erklären, warum soziale Sicherungssysteme gerade in Krisenzeiten ein wichtiges Pfund sind. weiterlesen …
Pressemeldung
DGB Bayern begrüßt Testpflicht für Unternehmen
Der DGB Bayern begrüßt die von der Bundesregierung beschlossene Pflicht für Unternehmen, ihren Beschäftigten ab der kommenden Woche mindestens ein Testangebot zur Verfügung zu stellen. Hierzu sagt Matthias Jena, Vorsitzender des DGB Bayern: „Angesichts steigender Infektionszahlen ist der Fokus noch stärker als bisher auf den Arbeits- und Gesundheitsschutz zu richten." Zur Pressemeldung

RSS-Feed

Subscribe to RSS feed
Pressemitteilungen des DGB Bayern