Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 15 - 02.04.2019

Arbeitsmarkt: DGB Bayern unterstützt Forderung der Bayerischen Sozialministerin nach besserer Ausstattung der Jobcenter

Jena: „Die CURA Standorte zeigen, dass mit einem besseren Personalschlüssel in den Jobcentern die Erfolgsquote zur Wiedereingliederung Langzeitarbeitsloser wächst.“

Matthias Jena, Vorsitzender des DGB Bayern, unterstützt den Vorstoß der Bayerischen Sozialministerin, die Jobcenter personell und finanziell besser auszustatten. Bereits mehrfach hatte der DGB Bayern die mangelnde Handlungsfähigkeit der Bayerischen Jobcenter beklagt und Besserung angemahnt.

„Das Hartz IV-System ist nach wie vor unterfinanziert. Hier muss der Bund weiter finanziell nachlegen. Was mit einer besseren Personalausstattung möglich ist, zeigen die Bayerischen CURA Standorte ("Coaching von Familien zur Bekämpfung urbaner Arbeitslosigkeit"). Durch die intensive Betreuung und einen ganzheitlichen Ansatz zeigen sich deutliche Erfolge bei der Reduzierung der Langzeitarbeitslosigkeit. Diesen Weg gilt es zu stärken“ so Jena.

Eine Absage erteilt Jena den Überlegungen der Ministerin, die Gelder für einen öffentlich geförderten Arbeitsmarkt umzuwidmen und in die bessere Ausstattung der Jobcenter fließen zu lassen.

„Auch in Bayern brauchen wir einen begrenzten sozialen Arbeitsmarkt. Wer sechs Jahre und mehr Langzeitarbeitslos war, braucht mehr als einen besseren Betreuungsschlüssel beim Personal. Es ist ein Meilenstein, dass wir mit dem Teilhabechancengesetz nun Möglichkeiten der Förderung für diesen lange vernachlässigten Personenkreis haben. Diese Möglichkeiten gilt es jetzt zügig zu nutzen. Hier sind in erster Linie die Unternehmen gefragt, Langzeitarbeitslosen eine Chance zu geben“ so Jena.

 

Hintergrund:

An den CURA-Standorten arbeiten Jobcenter und Jugendämter eng zusammen, um mit individuell aufeinander abgestimmten Maßnahmen die Arbeitsmarktsituation der Arbeitslosen und auch die Gesamtsituation der Familie zu verbessern. Mit diesem ganzheitlichen Ansatz kann es gelingen, über Generationen hinweg verfestigte Arbeitslosigkeit aufzubrechen und die Betroffenen nachhaltig in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Die ersten Maßnahmen in den Jobcentern starteten im Mai 2017 mit einer Förderung aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds.


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DGB/60dudek/123rf.com
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