Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 22 - 02.05.2012

Jena unterstützt Tarifforderungen der IG Metall

DGB-Chef: Arbeitgeberkritik an Warnstreiks ist "scheinheiliges Gejammer"

Der bayerische DGB-Vorsitzende Matthias Jena unterstützt die Tarifforderung der IG Metall für die Metall- und Elektroindustrie. In seiner Rede bei der Betriebsversammlung von Siemens-Medizintechnik (Healthcare) in Erlangen bezeichnete Jena heute alle drei Tarifforderungen der IGM als wichtig und richtig.

Zur Forderung nach mehr Mitbestimmungsrechten für Betriebsräte beim Einsatz von Leiharbeitern sagte Jena: „Leiharbeit wird missbraucht, um Löhne zu drücken und reguläre Arbeitsplätze abzubauen. Mit stärkeren Mitspracherechten der Betriebsräte lässt sich dieser Missbrauch verhindern.“

Die unbefristete Übernahme der Auszubildenden ist für Jena das beste Mittel zur Vermeidung eines Fachkräftemangels: „Immer mehr jungen Menschen wird ein Leben in beruflicher und finanzieller Unsicherheit aufgezwungen. Wer morgen noch gute Fachkräfte haben will, muss heute genügend ausbilden und den Ausgebildeten eine sichere Perspektive bieten.“

Angesichts der außerordentlich guten Lage der Metall- und Elektroindustrie ist die Forderung nach 6,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt für Jena mehr als gerechtfertigt: „Die Metall- und Elektroindustrie hat 2011 einen sagenhaften Nettogewinn von 40 Milliarden Euro verbucht. Die Beschäftigten verdienen ihren gerechten Anteil an diesem gigantischen Kuchen.“

„Scheinheiliges Gejammer“ nennt Jena die Kritik der Arbeitgeber an der jetzt anrollenden Warnstreikwelle der IG Metall: „Die Arbeitgeber hatten mehr als genug Zeit, auf die Forderungen der IG Metall zu reagieren. Diese haben sie ungenützt verstreichen lassen und dann ein Provokationsangebot vorgelegt. Zum Thema Leiharbeit ist den Arbeitgebern gar nichts eingefallen, zur Übernahme wollen sie nur einen freundlichen Brief an ihre Mitgliedsunternehmen schreiben, und beim Lohn bieten sie gerade mal einen Inflationsausgleich an. Wer die Friedenspflicht dermaßen ungenutzt verstreichen lässt und dann eine solche Provokation vorlegt, darf sich nicht wundern, wenn die Arbeitnehmer vor der nächsten Verhandlungsrunde Druck machen.“


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