Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 39 - 11.07.2013

Staatsregierung scheitert beim Krippenausbau

Jena: Jetzt Betreuungsgeld stoppen und Krippenplätze finanzieren

Laut den aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes zum Krippenausbau hat Bayern die angepeilte Quote der Kinderbetreuungsplätze für unter 3-Jährige deutlich verfehlt. Statt der vereinbarten 35 Prozent erreicht Bayern nur 25 Prozent. In Bayern wurden im März 2013 lediglich 79.786 unter Dreijährige betreut, benötigt werden aber weit über 100.000 Krippenplätze. Damit ist schon jetzt klar, dass die Umsetzung des Rechtsanspruchs auf einen Krippenplatz zum 1. August 2013 nicht gelingen kann.

Matthias Jena, Vorsitzender des DGB Bayern, sagt: „Die CSU hat Kinderkrippen jahrelang bekämpft. Da ist es kein Wunder, dass die frühkindliche Bildung in Bayern nicht schnell genug vorankommt. Mit dem Betreuungsgeld hat die Staatsregierung die falschen Prioritäten gesetzt. Die von Ministerin Haderthauer vielbeschworene Wahlfreiheit für Eltern von Kleinkindern in punkto Betreuung ist eine Fata Morgana.“

Der DGB Bayern fordert deshalb, das kontraproduktive Betreuungsgeld abzuschaffen und das dadurch gesparte Geld in den Ausbau von Krippenplätzen sowie die Ausbildung und Einstellung von Fachkräften zu investieren und deren Arbeitsbedingungen zu verbessern. Das gilt insbesondere für die Ballungsräume, wo der Bedarf am größten ist.

Jena: „Wir sehen die Gefahr, dass die Zahl der Kinder pro Betreuungskraft angehoben wird oder sich mehrere Kinder einen Krippenplatz teilen müssen. So werden fehlende Kitaplätze auf Kosten von Kindern und Fachkräften kompensiert.“

Zudem wird schon jetzt ein Drittel der betreuten Kinder unter drei Jahren in Bayern nicht in richtigen Krippengruppen betreut, sondern in altersübergreifenden Kindergartengruppen. Das wird dem besonderen Betreuungsbedarf von unter Dreijährigen nicht gerecht.


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