Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 29 - 11.05.2022
Gemeinsame Pressemitteilung der DGB-Jugend Bayern und den Parteijugenden Bayerns

Die DGB-Jugend Bayern und die Parteijugenden Bayerns (Grüne Jugend, Jusos, Julis) fordern gemeinsam ein bayernweites Ticket für Auszubildende

Mobilität und Flexibilität werden zunehmend wichtiger auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt, aber oft sind die Mobilitätserwartungen eine Einbahnstraße in Richtung Auszubildende. Die DGB-Jugend Bayern hat daher 2020 eine Umfrage unter Auszubildenden und dual Studierenden durchgeführt, mit dem eindeutigen Ergebnis: Knapp 90 Prozent der Befragten würden ein landesweites Azubiticket für 1 Euro am Tag nutzen, unabhängig davon, wie viel sie im Monat für Fahrtkosten ausgeben oder welches Verkehrsmittel sie bisher nutzen (siehe PM vom 13.04.2021). In Bayern besteht Handlungsbedarf! Bayern braucht ein kostengünstiges Azubiticket. Zudem ist es dringend notwendig, den ÖPNV flächendeckend auszubauen.

Auf dieser Grundlage haben sich die bayerischen Parteijugenden und die DGB-Jugend Bayern zu einem breiten Bündnis mit dem Titel „Azubiticket Bayern - JETZT!“ zusammengeschlossen. Die gemeinsame Forderung: Ein bayernweit gültiges Ticket für Schüler*innen, Auszubildende und dual Studierende, damit die Jugend finanziell entlastet, der ÖPNV weiter ausgebaut und der CO2-Ausstoß reduziert wird. Das Ticket soll als 365-Euro-Ticket eingeführt werden, das es bereits in mehreren bayerischen Großstädten (unter anderem Nürnberg und München) gibt, und dann schrittweise zu einem kostenfreien Angebot ausgebaut werden.

Im Gegensatz zu anderen Bundesländern, die bereits ein solches Azubiticket haben, gibt es in Bayern einen Flickenteppich verschiedener Förderungsstrukturen, Zuschüsse und Preise. Das Bündnis fordert ein solidarisches Zusammenwirken und Vorgehen auf Landesebene und begrüßt daher die Gründung des Landestarif-Rats zur Verbesserung des ÖPNV in Bayern. Die geplante Einführung eines bayernweiten Tarifs für alle tarifraumüberschreitenden Fahrten im ÖPNV wäre daher ein großer Schritt in die richtige Richtung. Für das bayernweite Azubiticket sind allerdings weitere Schritte notwendig. 

Svenja Thelen, Bezirksjugendsekretärin des DGB Bayern, sagt dazu: „Für junge Menschen muss es eine ökologische und bezahlbare Möglichkeit geben, ihre Ausbildungsstätten zu erreichen. Hier braucht es kurzfristig ein bayernweites 365€-Ticket, auf lange Sicht muss das Ticket kostenfrei sein. Mobilitätserwartungen dürfen keine Einbahnstraße sein. Wir brauchen das Azubiticket jetzt!“

Maximilian Retzer, Landessprecher der GRÜNEN JUGEND Bayern, ergänzt: „Mobilität bedeutet Teilhabe. Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, an Freizeitaktivitäten, aber auch an der Arbeitswelt. Viele Unternehmen, gerade im ländlichen Raum, suchen händeringend nach Auszubildenden oder dual Studierenden. Doch mit einem öffentlichen Personennahverkehr, der seinem Namen nicht gerecht wird, ist das auch kein Wunder: Junge Menschen auf dem Land kommen kaum ins nächste Dorf und erst recht nicht zu den Unternehmen, in denen sie eine Ausbildung oder ein duales Studium machen wollen. Und wenn es mal ein Verkehrsangebot gibt, ist es zu teuer für die niedrigen Azubi-Löhne. Deshalb fordern wir: 365€-Ticket für Schüler*innen, Azubis und duale Studis jetzt!”

Kerry Hoppe, stellvertretende Vorsitzende der Jungen Liberalen Bayern, führt aus: „Dem Flickenteppich zahlreicher Einzelregelungen müssen wir ein Ende setzen: Bayern braucht endlich ein einheitliches, bayernweites Azubi-Ticket, um junge Menschen mobil zu machen. Auch wenn individuelle Mobilität gerade im ländlichen Raum unerlässlich ist, braucht es dennoch eine bessere überregionale, günstige ÖPNV-Anbindung.“

Anna Tanzer, Vorsitzende der Jusos Bayern: „Aktuell profitieren maximal Studierende von günstigeren ÖPNV-Angeboten, und selbst das nur an ausgewählten Orten. Junge Menschen in Bayern sind allerdings wesentlich vielfältiger aufgestellt! Dass es noch kein Ticket gibt gerade für Auszubildende und Schüler*innen, die häufig genauso viel bzw. weniger Geld zur Verfügung haben als Studierende, ist ein Skandal. Wir sind froh, gemeinsam mit der DGB-Jugend und den anderen Jugendorganisationen für den ersten Schritt eines gerechteren ÖPNVs zu kämpfen. Langfristig brauchen wir allerdings einen kostenfreien und stark ausgebauten ÖPNV für alle Menschen in Bayern.”


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