Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 58 - 29.11.2018

Arbeitsmarkt: Beschäftigungsquoten Älterer stürzen regelrecht ab

Jena: „Die Stigmatisierung Älterer am Arbeitsmarkt muss endlich beendet werden!“

Anlässlich der heute veröffentlichten Arbeitsmarktzahlen mahnt Matthias Jena, Vorsitzender des DGB Bayern, bessere Rahmenbedingungen für ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Bayern an: „Nur einer absoluten Minderheit gelingt es, bis zum gesetzlichen Renteneintrittsalter zu arbeiten. Aus diesem Grund ist der Ruf nach immer längeren Lebensarbeitszeiten fehl am Platz. Stattdessen brauchen wir endlich den Umbau der Arbeitswelt hin zu guter Arbeit für alle. Es müssen die Voraussetzungen dafür geschaffen werden, dass die Menschen bis zur Regelaltersgrenze in Lohn und Brot stehen können“, so Jena.

Im letzten Jahr waren nur noch 53 Prozent der 60-Jährigen in Bayern sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Und Jahrgang für Jahrgang geht diese Quote weiter zurück. Von den 65-Jährigen 2017 waren sogar nur noch 8,7 Prozent in sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung. Die Regelaltersgrenze 2017 lag hingegen bereits bei 65 Jahren und sechs Monaten.

Das wahre Ausmaß der altersbedingten Auslese am Arbeitsmarkt zeige sich Jena zufolge in der Vollzeitbeschäftigungsquote älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. So arbeiteten im Jahr 2017 lediglich 35,1 Prozent der 60-Jährigen sozialversicherungspflichtig in Vollzeit. Bei den 65-Jährigen waren es verschwindend geringe 5,2 Prozent.

Jena weiter: „Die Zahl der älteren Menschen, die Vollzeit arbeiten, stürzt regelrecht ab. Einen großen Anteil daran haben auch die Arbeitgeber, die zwar über den Fachkräftemangel jammern, aber dann die ältere Generation mit all ihrer Erfahrung völlig ignorieren. Das passt nicht zusammen. Die Stigmatisierung Älterer am Arbeitsmarkt muss endlich beendet werden!“

Der DGB Bayern fordert daher Wirtschaft und Staatsregierung auf, mehr in Prävention und Gesundheitsförderung zu investieren sowie neue Impulse zur Beschäftigung Älterer samt Fort- und Weiterbildung zu setzen.


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