Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 65 - 08.11.2015

Gedenkfeier in Dachau: „Erinnerung muss leben“

DGB-Jugend betont Bedeutung von Erinnerung und ruft auf, den rechten Rattenfängern entgegenzutreten

Die DGB-Jugend Bayern hat in der KZ-Gedenkstätte Dachau am heutigen Sonntag anlässlich der Pogromnacht 1938 an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert. Unter dem Motto „Erinnerung muss leben“ betonte die Gewerkschaftsjugend dabei die Bedeutung von Erinnerung für die Zukunft. Es dürfe keinen Platz für rechte Rattenfänger geben. „Das Besetzen historischer Daten und Plätze durch Rechtsextreme dürfen wir nicht unkommentiert lassen“, sagte die bayerische DGB-Bezirksjugendsekretärin Astrid Backmann und bezog sich damit auf den für den 9. November geplanten Aufmarsch von Pegida in München.

Außerdem griff Backmann in ihrer Begrüßung die aktuelle Lage der geflüchteten Menschen auf: „Wir erleben eine große Hilfsbereitschaft und Solidarität für diese Menschen auf der einen Seite. Wir erleben aber auch, dass Rechtsextreme versuchen, die Themen Flucht und Asyl für ihre Zwecke zu instrumentalisieren. Flüchtlingsunterkünfte werden angegriffen, Brandsätze gelegt und Menschen aufs Widerwärtigste beschimpft und gedemütigt.“

Backmann verwies auf eine aktuelle Statistik, die aufzeigt, dass die Zahl der Straftaten gegen Asylbewerber rasant ansteigt. Alleine 2015 gab es bis Anfang November dreimal so viele Straftaten gegen Asylbewerberheime wie im letzten Jahr und fast zehnmal mehr als 2013. Backmann: „Aber das ist nur die Spitze des Eisbergs. Rassismus ist nicht nur ein Phänomen des rechten Randes. Es existiert auch ein Rassismus im täglichen Leben. Diese Form des Rassismus ist ein Problem, das uns alle angeht, denn es ist ein Problem in der Mitte unserer Gesellschaft. Ein Problem, das viel zu oft verharmlost wird.“

DGB-Bundesjugendsekretär Florian Haggenmiller stellte klar, dass die DGB-Jugend Flagge gegen den wieder aufkommenden Fremdenhass zeigt: „Kein Platz den rechten Rattenfängern! Wir, die junge Generation, setzen uns ein gegen Rassismus, für Demokratie, Gleichberechtigung und für ein respektvolles Miteinander.“ Die Verantwortung sowie das Ziel der DGB-Jugend könnten nur sein: Dass Dachau nie wieder sei! Haggenmiller betonte: „Der Protest gegen rassistische Hetze ist ein Hauptarbeitsfeld der Gewerkschaftsjugend. Die antirassistische Arbeit der Gewerkschaften in den Betrieben, Verwaltungsstellen und Bildungszentren leistet einen wesentlichen Beitrag für das friedliche Zusammenleben, unabhängig von Herkunft, Beruf, Hautfarbe, Geschlecht oder Religion.“

Auf dem Weg vom ehemaligen Appellplatz zum ehemaligen Krematorium trugen ehrenamtliche Aktive der Gewerkschaftsjugend zwei selbst recherchierte Biografien ehemaliger Häftlinge vor.

Mit der Gedenkfeier anlässlich der Novemberpogrome 1938 erinnert die DGB-Jugend Bayern seit 1952 jährlich im ehemaligen Konzentrationslager Dachau an die Opfer des Nationalsozialismus.


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