Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 25 - 14.05.2020

DGB Bayern fordert Familiensoforthilfe für Eltern und Pflegende

Di Pasquale: „Finanzielle Absicherung ist das Mindeste!“

Anlässlich des Internationalen Tages der Familie am 15. Mai untermauert Dr. Verena Di Pasquale, stellvertretende Vorsitzende des DGB Bayern, ihre Forderung nach einer Familiensoforthilfe für Eltern und Pflegende in Zeiten der Corona-Pandemie:

„Durch den Beschluss der Ministerpräsidentenkonferenz ist klar, dass die Kitas und Schulen erst schrittweise wieder öffnen und Eltern die Betreuung der Kinder zu Hause teilweise bis zu den Sommerferien organisieren müssen. Die Herausforderungen für Eltern, aber auch für Menschen, die zu Hause Angehörige pflegen müssen, weil für Pflegeeinrichtungen ein Aufnahmestopp gilt, sind immens. Zu lange haben diese Mehrfachbelastungen nur eine Nebenrolle gespielt. Aktuell haben sie alle sechs Wochen lang Anspruch auf 67 Prozent ihres Nettogehalts – diese Grenze ist für viele schon bald erreicht. Deshalb müssen wir Eltern und Pflegende stärker unterstützen. Wir fordern für die gesamte Dauer der behördlich angeordneten Schließungen eine Verdienstausfallentschädigung und diese in Höhe von mindestens 80 Prozent. Auch wenn das kein Allheilmittel für die enormen Belastungen ist, muss wenigstens die finanzielle Absicherung verbessert werden.“

Zudem sei laut Di Pasquale ein individueller Freistellungsanspruch notwendig, der eine stunden- und tageweise Freistellung zulässt, um eine partnerschaftliche Aufteilung der Erwerbs- und Sorgearbeit zu ermöglichen: „Wir sehen gerade, dass es hauptsächlich die Frauen sind, die zu Hause den Laden am Laufen halten. Bestätigt wird dieser Eindruck durch eine aktuelle Online-Befragung der Hans-Böckler-Stiftung. Sie kümmern sich zu großen Teilen um die Kinderbetreuung oder die Pflege. Damit verstärken sich die bestehenden Rollenmuster bei der Arbeitsteilung zu Hause in vielen Familien. Dieses drohende Rollback in Sachen Gleichstellung gilt es zu verhindern“, so Di Pasquale abschließend.


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