Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 32 - 01.07.2019

Arbeitsmarkt: Bayerns Frauen weiter in atypischer Beschäftigung gefangen

Jena: „Wir wollen eine gleichberechtigte Teilhabe der bestens ausgebildeten Frauen am Arbeitsmarkt.“

Matthias Jena, Vorsitzender des DGB Bayern, stellt anlässlich der Veröffentlichung der aktuellen Arbeitsmarktzahlen fest: „Der bayerische Arbeitsmarkt zeigt sich weiter stabil. Leider betrifft das auch den Anteil atypisch Beschäftigter. Besonders Frauen sind im Freistaat hiervon betroffen. Bayern muss endlich ernst damit machen, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu ermöglichen. Dies ist nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit und der vorbeugenden Armutsprävention, sondern auch eine riesige Chance, das Fachkräftepotential zu heben.“

Jena bezieht sich bei seiner Analyse auf neueste Zahlen des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung[1]. Demnach liegt der Anteil der atypisch Beschäftigten[2] an den Kernerwerbstätigen[3] für Bayern im Jahr 2017 bei 19,6 Prozent. Dass Bayern leicht unter dem Bundesdurchschnitt von 20,8 Prozent landet, liegt am geringeren Anteil männlicher atypisch Beschäftigter. Hier liegt die Quote bei 8,9 Prozent. Demgegenüber sind Frauen in Bayern überproportional von atypischer Beschäftigung betroffen. Fast jede dritte Frau (32 Prozent) arbeitet unter diesen Bedingungen. Im Bund liegt der Anteil bei 30,5 Prozent.

Matthias Jena hierzu: „Bayerns Frauen tragen die Hauptlast der mangelnden Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Noch immer fehlen im Freistaat an allen Ecken und Enden qualitativ hochwertige Betreuungsmöglichkeiten. Damit droht Bayern angesichts der erwarteten Verknappung des Arbeitsangebots eine riesige Chance zu verschlafen. Wir wollen eine gleichberechtigte Teilhabe der bestens ausgebildeten Frauen am Arbeitsmarkt. Um dies zu erreichen, sind deutlich ambitioniertere Pläne des Freistaates zum Ausbau der Betreuungsmöglichkeiten nötig.“

 

[1] https://www.boeckler.de/pdf/p_wsi_pb_34_2019.pdf

[2] Atypische Beschäftigung umfasst gemäß Definition des Statistischen Bundesamtes Teilzeitbeschäftigung/geringfügige Beschäftigung mit 20 oder weniger Stunden, Befristungen sowie Leiharbeitsverhältnisse.

[3] Die Gruppe der Kernerwerbstätigen umfasst Personen im Alter von 15 bis 64 Jahren. Personen in Ausbildungssystem und verschiedenen Diensten (Grundwehrdienst, Freiwilligendienst, etc.) werden nicht erfasst.


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