Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 28 - 11.05.2022

Internationaler Tag der Pflegenden: Den Teufelskreis durchbrechen

Di Pasquale: „Mehr Personal und bessere Arbeitsbedingungen in der Pflege – davon profitieren wir alle!“

Anlässlich des Internationalen Tags der Pflegenden am 12. Mai erklärt die stellvertretende Vorsitzende des DGB Bayern, Verena Di Pasquale:
„Vor zahlreichen Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen in ganz Bayern finden am Donnerstag Aktionen des Pflegepersonals statt. Wir unterstützen die Forderung unserer Kolleg*innen von ver.di, die im Koalitionsvertrag vereinbarten verbindlichen Personalbemessungsvorgaben für Krankenhäuser zeitnah einzuführen und auch im Bereich der Altenpflege entsprechende Vorgaben umzusetzen. Die Personalbemessung muss sich am tatsächlichen Pflegebedarf orientieren. Der Teufelskreis von schlechten Rahmenbedingungen und zu wenig Personal muss durchbrochen werden. Mehr Personal und bessere Arbeitsbedingungen in der Pflege – davon profitieren wir alle!“

„Pflegepersonal fehlt auch in Bayern an allen Ecken und Enden. Zahlreiche Stellen können nicht oder erst nach langer Suche besetzt werden“, so Di Pasquale. „Selbst vorsichtige Prognosen gehen von einem erheblichen Anstieg des Personalbedarfs in der Pflege im kommenden Jahrzehnt aus. Weder durch die aktuellen Ausbildungszahlen noch durch die Anwerbung von Pflegekräften aus dem Ausland allein kann diese Lücke geschlossen werden. Gleichzeitig haben viele Fachkräfte ihren Beruf verlassen oder ihre Arbeitszeit reduziert.“ Die letzte Woche von der Hans-Böckler-Stiftung vorgelegte Studie ‚Ich pflege wieder, wenn…‘ hat klar gezeigt, dass viele grundsätzlich bereit wären, zurückzukehren bzw. Arbeitszeit aufzustocken, wenn sich die Rahmenbedingungen in der Pflege grundlegend verbessern. Besonders wichtig wären ihnen hierbei mehr Zeit für gute Pflege durch mehr Personal, bessere Bezahlung und verlässliche Arbeitszeiten.

„Dieses Potential muss unbedingt genutzt werden. Mehr Personal und damit gute Pflege gibt es nur, wenn jetzt die Weichen dafür gestellt werden. Erste Schritte müssen eine Umsetzung der Pflegepersonalregelung (PPR) 2.0 und eine Stärkung der Tarifbindung, insbesondere in der Altenpflege, sein“, fordert Di Pasquale abschließend.


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