Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 19 - 25.03.2024

Gewaltige Gefahr für die Gesundheit der Beschäftigten: DGB Bayern kritisiert erneuten Vorstoß von Ministerin Scharf, die Tageshöchstarbeitszeit aufzuheben.

Stiedl: „Die Pläne sind eine einzige Konjunkturspritze für Arbeitsunfälle und Burnout."

Mit Unverständnis reagiert der DGB Bayern auf den erneuten Vorstoß der bayerischen Sozialministerin Ulrike Scharf, die Tageshöchstarbeitszeiten vollständig aufzuheben. Dies wäre eine gewaltige Gefahr für die Gesundheit der Beschäftigten, so der bayerische DGB-Vorsitzende Bernhard Stiedl: „Flexiblere Arbeitszeiten sind durchaus gut für die Beschäftigten und für die Wirtschaft – aber doch nicht auf Kosten der Gesundheit! Bei einem Arbeitstag von 12 Stunden, den sich Frau Scharf wünscht, erhöht sich das Risiko eines Arbeitsunfalls um 80 Prozent, das zeigen Studien, die auch im Sozialministerium bekannt sein dürften. Die Pläne sind eine einzige Konjunkturspritze für Arbeitsunfälle und Burnout.“

Die Ministerin könnte allerdings tatsächlich auch selbst einiges tun, um Arbeitszeiten bei denen zu erhöhen, die sich das wünschen: „Viele Beschäftigte in Teilzeit – vor allem Frauen – würden künftig gerne mehr arbeiten, aber die Rahmenbedingungen lassen das nicht zu. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in Bayern scheitert nicht am Arbeitszeitrecht, sondern an der mangelnden Kinderbetreuung. Arbeit und Pflege Angehöriger unter einen Hut zu bringen, ist nicht an der Tageshöchstarbeitszeit ein Problem, sondern wegen mangelnder Pflegestrukturen,“ erklärt Stiedl.

Die Sozialministerin will beim Thema Arbeitszeit nach eigener Aussage im Hier und Jetzt ankommen. Dazu sagt Stiedl: „Wer, wie die Ministerin, im Hier und Jetzt ankommen will, sollte den Griff in die Mottenkiste unterlassen. Schon heute gibt es dutzende flexible Arbeitszeitmodelle. Das gültige Arbeitszeitrecht ist in Kombination mit tariflicher Ausgestaltung auch heute bereits in der Lage, passgenaue Lösungen auf Branchen- oder betrieblicher Ebene zu finden. Statt der gefährlichen generellen Öffnung von Tageshöchstarbeitszeiten das Wort zu reden und dies auch noch mit der unglaubwürdigen Floskel zu garnieren, der Gesundheits- und Arbeitsschutz habe weiter Priorität, sollte die Arbeits- und Sozialministerin also die wahren Stellschrauben in Bayern in den Blick nehmen.“


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