Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 36 - 17.06.2021

Wohnkosten in bayerischen Großstädten überlasten Mieter – DGB fordert Mietenstopp

Di Pasquale: „Die Menschen brauchen eine Atempause!“

Für viele Menschen in Bayern ist es schwer, eine bezahlbare Wohnung zu finden. Vor allem Beschäftigte mit geringen und mittleren Einkommen müssen einen großen Teil ihres Einkommens für die Miete aufbringen. „Die Einkommen werden selbst bei guten Tarifabschlüssen zunehmend von der Miete aufgefressen. Der DGB fordert daher von der nächsten Bundesregierung einen sechsjährigen Mietenstopp. Die Menschen brauchen eine Atempause. Diese Pause muss für dringende Reformen und den Bau bezahlbarer Wohnungen genutzt werden“, sagte Verena Di Pasquale, stellvertretende Vorsitzende des DGB Bayern.

Hierbei ist die Staatsregierung gefordert: Denn in Bayern ist die Zahl der Sozialwohnungen zwischen 2007 und 2019 um fast ein Drittel (43.941) auf 135.655 zurückgegangen. „Die Staatsregierung muss selbst deutlich mehr Wohnraum schaffen. Zudem muss sie die Fördermittel aufstocken und die Kommunen stärken, damit diese den lokalen Wohnungsmarkt gestalten können. Dies kann durch den strategischen Ankauf von Grundstücken oder die Stärkung bzw. Gründung einer kommunalen Wohnungsbaugesellschaft erfolgen. Das im Mai verabschiedete Baulandmobilisierungsgesetz erweitert den wohnungspolitischen Spielraum von Kommunen in angespannten Wohnungsmärkten. Voraussetzung ist, dass die Staatsregierung entsprechende Verordnungen über angespannte Wohnungsmärkte erlässt. Dies muss im Sinne der Mieterinnen und Mieter zügig geschehen“, so Di Pasquale weiter.

Viele Mieter in bayerischen Großstädten sind mit ihren Wohnkosten überlastet. In München haben 51,5 Prozent der Mieterhaushalte zu hohe Wohnkosten. In Nürnberg sind es 49,8 Prozent und in Augsburg 47,4 Prozent, wie aus einer aktuellen Studie der Hans-Böckler-Stiftung hervorgeht. Als überbelastet gilt, wer inklusive Betriebs- und Heizkosten mehr als 30 Prozent des Haushaltseinkommens für die Miete ausgeben muss.

Um seiner wohnungspolitischen Forderungen Nachdruck zu verleihen, beteiligt sich der DGB Bayern in neun bayerischen Städten am bundesweiten Mietenstopp-Aktionstag am Samstag, den 19. Juni 2021.


Hintergrund

Die Studie „Die Verfestigung sozialer Wohnversorgungsprobleme“ der Hans-Böckler-Stiftung wurde von einem Team um den Berliner Stadtsoziologen Andrej Holm erstellt. Sie untersucht die Wohnsituation in den 77 Großstädten Deutschlands anhand von Daten des Mikrozensus von 2018.

Und hier finden Sie den Link zum bundesweiten Mietenstopp-Aktionstag.


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