Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 47 - 29.10.2020

Ausbildungsbilanz 2020: Corona verschärft Situation auf dem Ausbildungsmarkt

Thelen: „Auch in Krisenzeiten muss eine gute Ausbildung gewährleistet werden!“

Anlässlich der heute veröffentlichten bayerischen Ausbildungsmarktzahlen appelliert der DGB Bayern an die Ausbildungsbetriebe, das Thema „Ausbildung“ in der Krise nicht zu vernachlässigen. So sind in diesem Jahr auf der einen Seite wieder 15.852 offene Ausbildungsstellen zu besetzen (2019: 15.562). Demgegenüber stehen 1.269 Ausbildungsinteressierte in Bayern, die auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz leer ausgingen (2019: 1.010).

Hierzu sagt Svenja Thelen, Bezirksjugendsekretärin des DGB Bayern: „Das Problem der offenen Stellen besteht seit Jahren – und die Corona-Pandemie hat die Situation noch weiter verschärft. Viele Stellen werden gar nicht erst ausgeschrieben, teilweise werden bereits abgeschlossene Verträge gar wieder aufgelöst. Das ist fatal – nicht nur für den Ausbildungsmarkt, sondern auch mit Blick in die Zukunft angesichts des sich weiter ausdehnenden Fachkräftemangels. Auch in Krisenzeiten muss eine gute Ausbildung gewährleistet werden!“

Wie der bundesweite Ausbildungsreport der DGB-Jugend zeigt, liegt auch in der Ausbildung selbst weiterhin einiges im Argen. Zwar sei der überwiegende Anteil (71,3 Prozent) der Auszubildenden laut Thelen mit der Ausbildung zufrieden, dies dürfe aber nicht über bestehende, teils massive Probleme hinwegtäuschen. „Beispielsweise muss etwa jeder Zehnte Jugendliche (10,4 Prozent) unter 18 Jahren mehr als 40 Stunden pro Woche arbeiten. Das ist ebenso ein klarer Gesetzesverstoß wie die Tatsache, dass mehr als jeder Dritte nicht über einen betrieblichen Ausbildungsplan verfügt.“

Thelen zufolge sei es zudem unabdingbar, die betriebliche Ausbildung für junge Menschen auch in finanzieller Hinsicht attraktiver zu gestalten. „Fast 60 Prozent können der Umfrage nach ‚weniger gut‘ oder ‚gar nicht‘ selbstständig von ihrer Vergütung leben. Knapp die Hälfte erhält zusätzliche finanzielle Unterstützung. Hier gilt es anzusetzen, unter anderem mit einem kostenlosen Azubiticket für den öffentlichen Nahverkehr, wie wir es als DGB-Jugend seit langem fordern.“

Ein kostenloses bzw. kostengünstiges Azubiticket für den ÖPNV stößt bei den Auszubildenden auf breite Zustimmung. Drei Viertel der bundesweit befragten Auszubildenden haben daran grundsätzliches Interesse, wenn sie damit ihren Betrieb und ihre Berufsschule erreichen und in ihrer Freizeit unterwegs sein können. „Gute Mobilität ist für eine gute Ausbildung essentiell – daher brauchen wir endlich ein bayernweites Azubiticket – und keinen Flickenteppich, wie es derzeit der Fall ist“, so Thelen abschließend.


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