Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 32 - 01.06.2021

Arbeitsmarkt: Aussicht auf Erholung – Beschäftigte brauchen Perspektiven auf gute Arbeit

Di Pasquale: „Nach wie vor haben zu viele Menschen im Freistaat einen Lohn, der kaum zum Leben reicht.“

Anlässlich der heute veröffentlichten Arbeitsmarktzahlen kommentiert Verena Di Pasquale, stellvertretende Vorsitzende des DGB Bayern: „Die neuesten Arbeitsmarktdaten deuten in Richtung Erholung. Allerdings sind weitere Anstrengungen nötig, um den durch die Corona-Pandemie bedingten Einbruch am Arbeitsmarkt zu überwinden und dabei Arbeitsplätze zu schaffen, die den Beschäftigten Sicherheit und Perspektive bieten.“

Di Pasquale zufolge sei es erforderlich, den Fokus auf existenzsichernde Löhne zu richten: „Gerade die Menschen, die durch die Pandemie besonders getroffen werden, also Menschen in prekären Beschäftigungsverhältnissen wie Minijobs oder im Niedriglohnsektor, brauchen jetzt dringend Perspektiven auf gute Arbeitsbedingungen, gute Bezahlung und betriebliche Mitbestimmung.“

Auch in Bayern bestehe hier laut Di Pasquale massiver Nachholbedarf: „Nach wie vor haben zu viele Menschen im Freistaat einen Lohn, der kaum zum Leben reicht. Das zeigt die Zahl von fast einer Million Beschäftigten, die zu Niedriglöhnen arbeiten müssen. Und die Lage spitzt sich weiter zu, da immer weniger Beschäftigte in Bayern unter den Schutz eines Tarifvertrags fallen.“ So arbeiten nach aktuellen Zahlen des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung lediglich 50 Prozent der Beschäftigten in einem tarifgebundenen Unternehmen. 2001 waren es noch 70 Prozent.

Für eine Trendumkehr sieht Di Pasquale vor allem die Bayerische Staatsregierung in der Pflicht: „Die Bayerische Staatsregierung muss hier Vorbild sein. Um die Tarifbindung im Freistaat zu stärken, benötigen wir endlich ein Tariftreue- und Vergabegesetz bei der öffentlichen Vergabe von Aufträgen. Wir werden mit dieser Forderung nicht locker lassen, bis sich die Staatsregierung bei diesem Thema bewegt“, so Di Pasquale abschließend.


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