Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 48 - 31.08.2021

Arbeitsmarkt: Benachteiligung von Frauen beseitigen

Di Pasquale: „Die Vereinbarkeit von Arbeit und Leben muss endlich für Frauen wie Männer ohne Einschränkung möglich sein!“

Anlässlich der heute veröffentlichten Arbeitsmarktzahlen kommentiert Verena Di Pasquale, kommissarische Vorsitzende des DGB Bayern: „Auch wenn die Erholung am Arbeitsmarkt branchenübergreifend Fahrt aufnimmt, gibt es noch großen Handlungsbedarf. Die Corona-Krise hat nochmals deutlich gezeigt, dass Frauen am Arbeitsmarkt massiv benachteiligt sind und zudem weitaus stärker unter der Krise leiden als Männer. Frauen wurden nicht nur krisenbedingt öfter arbeitslos und erhielten seltener Kurzarbeitergeld, sie mussten auch häufiger ihre Arbeitszeiten reduzieren, um sich um ihre Kinder oder pflegebedürftige Personen im Haushalt zu kümmern.“

Di Pasquale zufolge sei es nicht hinnehmbar, dass „unbezahlte Sorgearbeit auch im 21. Jahrhundert nach wie vor hauptsächlich Frauensache ist. Das ist ein gleichstellungspolitischer Offenbarungseid, dem es arbeitsmarkt- und gesellschaftspolitisch entgegenzuwirken gilt: Minijobs gehören abgeschafft, ebenso muss der Niedriglohnsektor insgesamt zurückgedrängt werden. Stattdessen braucht es gut bezahlte und sichere Beschäftigung sowie flexiblere Arbeitszeitmodelle, die den Lebensphasen entsprechend angepasst werden können. Die Vereinbarkeit von Arbeit und Leben muss endlich für Frauen wie Männer ohne Einschränkung möglich sein.“, so Di Pasquale.

Nachholbedarf sieht Di Pasquale insbesondere auch bei der sozial-ökologischen Transformation: „In vielen Berufen werden sich die Anforderungen massiv verändern. Viele Berufe werden fast vollständig verschwinden und andere neu entstehen. Daher müssen die Beschäftigten mit einer zielgenauen Weiterbildungs- und Umschulungsoffensive auf die Anforderungen der Transformation vorbereitet werden. Hier sind verlässliche Wege der Weiterbildung und Umschulung mit klaren Perspektiven auf gute Arbeit erforderlich“, so Di Pasquale abschließend.


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