Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 01/2020 - 03.01.2020

Arbeitsmarkt: Qualifizierung der Beschäftigten muss stärker in den Fokus rücken – Politik und Arbeitgeber gefordert

Jena: „Die Beschäftigten brauchen im Wandel Sicherheit und Perspektiven.“

Anlässlich der heute veröffentlichten Arbeitsmarktzahlen kommentiert Matthias Jena, Vorsitzender des DGB Bayern: „Der bayerische Arbeitsmarkt befindet sich weiterhin in guter Verfassung. Trotz aller konjunkturellen und transformatorischen Herausforderungen dürfte sich, bei richtiger Weichenstellung, an dieser Situation auch 2020 nichts ändern.“

Für eine Fortsetzung der bayerischen Erfolgsstory am Arbeitsmarkt sind jedoch Politik und Arbeitgeber gleichermaßen gefordert. Jena hierzu: „Das Thema der Qualifizierung der Beschäftigten für neue Tätigkeiten und Technologien steckt noch in den Kinderschuhen. Hier müssen wir deutlich an Fahrt gewinnen.“ Neben dem Recht auf bezahlte Weiterbildung und einem Initiativrecht für Betriebs- und Personalräte, um Weiterbildung anzustoßen, braucht es auch in Bayern endlich ein Bildungsfreistellungsgesetz. „Die Beschäftigten brauchen im Wandel Sicherheit und Perspektiven. Ein Baustein hierzu ist mehr Mitbestimmung und Beteiligung“, so Jena.

Zur stabilen Situation beigetragen hat auch die gute Binnenkonjunktur. Alleine das fünfjährige Jubiläum des Mindestlohnes, der zum 1.1.2015 in Kraft trat, steht dafür, dass tausende Menschen in Bayern nun einen größeren Anteil am gesamtwirtschaftlichen Erfolg erhalten. Jena hierzu: „Neben einer raschen existenzsichernden Erhöhung des Mindestlohnes bedarf es endlich vernünftiger Kontrollen. Nach wie vor werden zu viele Menschen um ihren gerechten Lohn geprellt. Diese Ausbeutung muss ein Ende haben. Dabei ist auch klar: Der Mindestlohn ist nur die unterste Haltelinie. Gute Löhne gibt es mit Tarifvertrag. Daher muss es Ziel sein, die Tarifbindung in Bayern wieder zu stärken, etwa durch ein Tariftreue- und Vergabegesetz.“


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