Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 11 - 22.03.2019

DGB fordert mehr sozialen Wohnungsbau - Bezahlbar ist die halbe Miete!

Jena: „Schwarz-Orange regiert völlig an der Lebensrealität der Beschäftigten mit kleinem Geldbeutel vorbei!“

Für viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ist bezahlbarer Wohnraum gerade in Städten zur Mangelware geworden. Das führt vermehrt zur Stadtflucht und damit zu längeren Pendelzeiten. Deshalb setzt sich der DGB für eine andere Wohnungspolitik und für mehr sozialen Wohnungsbau ein. Unter dem Motto „Bezahlbar ist die halbe Miete“ wird er in einer Aktionswoche ab dem 25. März bundesweit und im Rahmen des DGB-Zukunftsdialogs mit mehr als 200 Aktionen und Veranstaltungen auf den Handlungsbedarf hinweisen. Der DGB Bayern beteiligt sich mit 29 Veranstaltungen*.

Matthias Jena, Vorsitzender des DGB Bayern, hierzu: „Bezahlbare Wohnungen fehlen im gesamten Bundesgebiet an allen Ecken und Enden, alleine in Bayern sind es derzeit 192.000. Mieterinnen und Mieter müssen vor allem in den Ballungszentren horrende Mietpreise bezahlen. Seit 2014 sind die Mieten in Großstädten wie München und Nürnberg um 25,4 bzw. 26,5 Prozent gestiegen. ** Aber auch in kleineren Städten und Gemeinden sind die Mieten – wenn auch auf einem anderen Mietniveau – teilweise explodiert. Das hat zur Folge, dass immer mehr Menschen mehr als 30 oder gar 40 Prozent ihres Nettohaushaltseinkommens für die Miete aufwenden müssen. Auf Dauer kann das zu einer finanziellen Überlastung führen.“

Daher fordert Jena die Bayerische Staatsregierung auf, die Mittel für sozialen, bezahlbaren und bedarfsgerechten Wohnungsbau massiv zu erhöhen: „Mit der Fokussierung auf private Eigentumsbildung regiert die schwarz-orange Koalition völlig an der Lebensrealität der Beschäftigten mit kleinem Geldbeutel vorbei. Die im Koalitionsvertrag angekündigten 10.000 erschwinglichen Wohnungen bis 2025 sind dagegen nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein. Nur ein sehr kleiner Bruchteil der Menschen mit mittlerem oder geringem Einkommen wird sich in den Ballungszentren eine angemessene Wohnung leisten können. Das kann und das darf uns nicht reichen – und das werden wir während der Aktionswoche deutlich machen!“

 

*Eine Übersicht aller bayerischen Veranstaltungen zur Aktionswoche „Wohnen“ finden Sie hier.

**Bei den genannten Zahlen handelt es sich um von Empirica Systeme erfasste, sogenannte Angebotsmieten (Median), also jene Preise, zu denen Wohnungen auf dem Markt angeboten werden. Sie bilden die Dynamik auf dem Wohnungsmarkt besser und zeitnaher ab als die sogenannten Bestandsmieten. Empirica wertet für ihre Datenbanken mehr als 100 verschiedene Quellen aus.

 

Weitere Informationen zum Thema „Wohnen“:

Das fordert der DGB für bezahlbaren Wohnraum: https://www.dgb.de/-/Cyf

Wie die Bundesländer das Mietrecht nur lückenhaft umsetzen: https://www.dgb.de/-/1oN

 

Hintergrund

Beim DGB-Zukunftsdialog spricht der DGB in den kommenden Jahren vor Ort und online mit den Menschen in Deutschland über die Themen, die ihnen unter den Nägeln brennen – vom angespannten Wohnungsmarkt über neue Arbeitszeitmodelle bis hin zu Verkehrskonzepten für die Zukunft. Der DGB fragt, was die Menschen in Deutschland bewegt. Wie stellen sie sich gute Arbeit und ein gutes Leben vor? Die Aktionswoche vom 25. bis 29. März ist der bundesweite öffentliche Auftakt zum Zukunftsdialog. In den kommenden Jahren folgen in ganz Deutschland hunderte weitere Veranstaltungen. Online läuft die Debatte zum Zukunftsdialog unter www.redenwirueber.de.


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