Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 13 - 09.03.2021

Equal Pay Day 2021: Frauen in Bayern verdienen 22 Prozent weniger als Männer

Di Pasquale: „Statt Trippelschritten brauchen wir endlich einen gewaltigen Satz in Richtung gleicher Lohn für gleiche Arbeit.”

Nach aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamts haben Männer in Bayern im Jahr 2020 durchschnittlich 22 % mehr verdient als Frauen (Bund: 18 %). Anlässlich des Equal Pay Day am 10. März kritisiert Verena Di Pasquale, stellvertretende Vorsitzende des DGB Bayern, die fehlende Geschlechtergerechtigkeit im Freistaat: „Auch wenn der ‚Gender Pay Gap‘ leicht zurückgeht, zeigen diese Zahlen, dass es gerade in Bayern um die Gleichstellung von Männern und Frauen noch immer schlecht bestellt ist. Im bundesweiten Vergleich liegt der Freistaat gemeinsam mit Bremen gar auf dem vorletzten Platz. Bereits vor 15 Jahren lag die Lohnlücke in etwa auf dem heutigen Niveau – langfristig gesehen ist daher leider keine nennenswerte Entwicklung zu erkennen. Statt Trippelschritten brauchen wir endlich einen gewaltigen Satz in Richtung gleicher Lohn für gleiche Arbeit“, so Di Pasquale.

Verantwortlich für diese Situation sei laut Di Pasquale die Tatsache, dass Frauen häufiger in schlechter bezahlten Branchen arbeiten, öfter in Teilzeit tätig sind und seltener Führungspositionen erreichen. Um hier gegenzusteuern sei es notwendig, den ausufernden Niedriglohnsektor auszutrocknen und die Tarifbindung zu erhöhen: „Viele Frauen stecken im Niedriglohnsumpf fest. Oftmals handelt es sich dabei um prekäre Beschäftigungsformen, wie etwa Minijobs oder unfreiwillige Teilzeitstellen. Niedrige Renten und folglich Altersarmut sind so vorprogrammiert. Wir brauchen daher wieder mehr Betriebe mit Tarifverträgen, die gute Arbeit und eine gute Bezahlung gewährleisten. Zudem müssen Minijobs ab dem ersten Euro sozialversicherungspflichtig werden und der Mindestlohn ist so schnell wie möglich auf mindestens 12 Euro anzuheben“, fordert Di Pasquale abschließend.


Hintergrund

Der Equal Pay Day markiert den Tag, bis zu dem Frauen in Deutschland über den Jahreswechsel hinaus arbeiten müssten, um rechnerisch auf das durchschnittliche Jahresgehalt ihrer männlichen Kollegen zu kommen – in diesem Jahr ist das der 10. März.


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