Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 18 - 26.03.2015

Jena: „Amazon steht für moderne Form der Ausbeutung“

DGB Bayern unterstützt streikende Amazon-Beschäftigte

Der DGB Bayern unterstützt die Beschäftigten von Amazon im schwäbischen Graben bei ihrem Streik für existenzsichernde Löhne und gegen prekäre Beschäftigung. „Es gehört viel Mut dazu, sich gegen die Ausbeutung durch einen Weltkonzern zu wehren. Die streikenden Beschäftigten von Amazon verdienen für ihre Entschlossenheit den allergrößten Respekt. Die gesamte bayerische Gewerkschaftsbewegung erklärt ihre Solidarität mit den Amazon-Beschäftigten“, sagt Matthias Jena, Vorsitzender des DGB Bayern, heute in München.

Die Gewerkschaft ver.di kritisiert bei Amazon Willkürbefristungen, gesundheitsgefährdenden Leistungsdruck und einen wenig respektvollen Umgang mit den Mitarbeitern. Amazon weigert sich, in Tarifverhandlungen zu den Bedingungen des Einzel- und Versandhandels einzutreten. Jena: „Nur Tarifverträge garantieren sichere Arbeitsplätze, gute Löhne und vernünftige Arbeitsbedingungen. Wenn Arbeitgeber Tarifverträge verweigern, arbeiten sie nicht mit ihren Beschäftigten sondern auf deren Kosten.“

Die Tarifbindung ist in den vergangenen Jahren stetig gesunken, weil sich die Arbeitgeber zunehmend aus Tarifverträgen herausgestohlen haben. Nach den aktuellsten Zahlen hatten in Bayern 68 Prozent der Betriebe und 43 Prozent der Beschäftigten im Jahr 2012 keine Tarifbindung. Zum Vergleich: Im Jahr 2001 waren 50 Prozent der Betriebe und 30 Prozent der Beschäftigten ohne Tarifbindung.*

Jena: „Amazon steht stellvertretend für eine moderne Form der Ausbeutung. Die Beschäftigten haben keine Rechte, die Konzerne keine Pflichten. Die Konzerne maximieren ihre Gewinne, die Beschäftigten tragen die Risiken.“

*(Quelle: INIFES, Beschäftigungstrends im Freistaat Bayern 2012 – Teil II, Repräsentative Analysen auf Basis des IAB-Betriebspanels 2012).


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